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Samurai-Wespe zur Bekämpfung der Marmorierten Baumwanze

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Um der Marmorierten Baumwanze Einhalt zu gebieten, wird der Schädling seit einigen Jahren am Versuchszentrum Laimburg untersucht. Jetzt wurde bekannt gegeben, dass in Südtirol in diesem Jahr die Samurai-Wespe als Parasitoide freigesetzt werde.

Die Samurai-Wespe soll in Italien die Ausbreitung der Marmorisierten Baumwanze unterbinden. Foto: Versuchszentrum Laimburg

Marmorierte Baumwanze verursacht massive Schäden im Obstbau

Seit 2016 sei die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) in Südtirol zu beobachten und komme heutzutage in zahlreichen Gegenden Europas vor. In Deutschland wurde ihre Ausbreitung 2007 in Bremerhaven durch Transportkisten aus Übersee direkt verhindert werden, doch 2011 erfolgte die erste Sichtung in Koblenz. Auch in Stuttgart (2017) und Freiburg (2018) wurde die Marmorierte Baumwanze bisher gemeldet. Ursprünglich stammt dieser Schädling aus Asien und kann in der lokalen Obstwirtschaft große Schäden verursachen. Sowohl in Italien, als auch in der Schweiz werden die durch diesen Schädling verursachten Schäden im Obstbau auf jeweils rund drei Millionen Euro geschätzt.

Samurai-Wespe zur Bekämpfung von Marmorierter Baumwanze

Am Versuchszentrum Laimburg wird der Schädling seit 2016 untersucht. Um eine wirksame Bekämpfungsstrategie entwickeln zu können, müssen allerdings zunächst Verhalten und Biologie der Wanze studiert werden. Bislang stützten sich die Maßnahmen zur Regulierung der Verbreitung der Marmorierten Baumwanze auf den Einsatz chemischer Insektizide und die Verwendung von Insektenschutznetzen. Langfristig sind jedoch nachhaltigere Strategien gefragt. Dazu gehört die biologische Bekämpfung mittels eines natürlichen Gegenspielers. In Asien werde der Schädling laut Versuchszentrum Laimburg durch bestimmte Parasitoide in Schach gehalten. Erste Laborversuche haben demnach gezeigt, dass etwa die sehr kleine Wespenart und sogenannte Samurai-Wespe (Trissolcus japonicus) 90 bis 100 Prozent der Eier der Marmorierten Baumwanze parasitiert.

Freisetzung und Nachzucht der Samurai-Wespe

Im Sommer 2020 soll dieser natürliche Gegenspieler der Marmorierten Baumwanze in Südtirol freigesetzt werden, um die Ansiedlung des Parasitoiden zu fördern. Ab Mai 2020 sei nun in Italien die Nachzucht jenes Trissolcus japonicus-Stamms erlaubt, der vom nationalen Forschungsinstitut CREA an die dazu ermächtigten “Züchtungsinstitutionen" weitergegeben wird. In Südtirol sei das Versuchszentrum Laimburg mit der Nachzucht der Samurai-Wespe beauftragt worden. Um die Samurai-Wespe zu vermehren, werden am Versuchszentrum nun dringend Marmorierte Baumwanzen benötigt. In diesen Wochen kommen die Baumwanzen aus der Überwinterung und werden aktiv. Sie werden am Versuchszentrum Laimburg weiter gezüchtet, damit sie Eigelege produzieren, die wiederum für die Vermehrung der Samurai-Wespe nötig sind. Je mehr Eier der Marmorierten Baumwanze zur Verfügung stehen, umso größer wird die Anzahl vermehrter Parasitoide, die zur Bekämpfung der Marmorierten Baumwanze im Feld freigesetzt werden können.

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