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Schmetterlingskinder würdevoll bestattet: In Leipzig schon an Erweiterung gedacht

Sie hatten nur ein ganz kurzes Leben, die Schmetterlingskinder, Totgeburten mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm. Für sie besteht keine gesetzliche Bestattungspflicht. Sollte es für sie aber nicht doch die Möglichkeit einer würdevollen Bestattung geben, eine Trauerfeier, einen Trauerort? Diese Gedanken machten sich in Leipzig die Frauenärztin Dr. Martina Weber und Stefan Moosdorf vom Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeindeverband Leipzig. Unsere Idee, sagte Weber, stieß auf eine erfreulich große Resonanz bei den Krankenhäusern und der Kirche, bei Ärzten, Krankenschwestern, Juristen, Pfarrern und Bestattern. Wegen der finanziellen Seite habe man sich als Verein Schmetterlingskinder unter dem Dach des Hospizvereins angesiedelt. Gefunden wurde auch ein Bestattungsinstitut, welches die Föten von drei Pathologien abholt und bewahrt, die Särge stiftet und die Bestattungen durchführt (die erste war am 5. Juni 2005). Bis zu 40 Föten werden in einem Sarg bestattet, es erfolgen ausschließlich Erdbestattungen. Die Bereitung der letzten Ruhe für die Kinder ist für die Eltern kostenfrei. Jedes Kind wird bestattet, egal, welcher Konfession die Eltern angehören. Die Eltern wissen auch, an welcher Stelle ihr Kind liegt. Die Ruhezeit wird mit zehn Jahren angegeben. Informationen für diese Möglichkeit der Beisetzung erhalten die Eltern durch einen Elternbrief, der in den Krankenhäusern ausliegt. Ort der Grabstätten für die Schmetterlingskinder ist eine 800 Quadratmeter große Fläche auf dem elf Hektar großen Friedhof Leipzig-Lindenau. Eine Sandsteinstele erläutert hier das Projekt und nennt die Sponsoren. Das Grabfeld liegt am Fuße eines Erdwalls, der als Bepflanzung eine Kräuterwiese trägt, die nur einen geringen Pflegeaufwand erfordert. Den Mittelpunkt bildet ein Brunnen. Das ist zurzeit noch eine Wasserschale, es besteht aber die Option eines Springbrunnens. Es sei vor dem Einrichten der Anlage sehr schwierig gewesen, sagt Moosdorf, die Zahl der Beisetzungen abzuschätzen. Heute wisse man, dass es nicht ohne eine Erweiterung gehe. Auf den Grabfeldern stehen Bodendecker. Für die Trauernden gibt es individuell die Möglichkeit, Gebinde niederzulegen. Geschmückt wird das Gelände durch Wildrosen und andere Gehölze als Solitäre.