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"Schnapsnasen" in Polizeigewahrsam

Der Aufwand war gewaltig: Mit mehreren Fahrzeugen rückte die Suhler Polizei im vergangenen November vor den Betrieb des Kakteenzüchters Gerd Kellner und holte exakt 803 Pflanzen ab. Es handelte sich um den stachellosen und in Texas beheimateten Peyotekaktus (Lophophora williamsii). Der wird volkstümlich auch "Schnapsnase" genannt, weil er neben 49 Alkaloiden zusätzlich das Rauschgift Meskalin enthält, dem halluzinogene Wirkungen nachgesagt werden. Hinweise des Gärtners, dass der Kaktus offiziell gehandelt würde und genügend Tests bezüglich des Rauschgiftgehaltes vorlägen, nützten nichts - die Staatsmacht schlug zu. Von den 803 konfiszierten Exemplaren landeten 30 zur Untersuchung im Landeskriminalamt Erfurt, acht wurden dort fast bis zum Exitus zerschnitten. Inzwischen stehen aber alle wieder bei den Kellners im Gewächshaus, und die Meininger Oberstaatsanwältin Monika Soßdorf ließ anklingen, dass alles auf eine Einstellung des Verfahrens deute. Den Kellners würde das allerdings nicht genügen. Sie pochen auf Schadenersatz für die zerstückelten Exemplare, die nun kein Mensch mehr haben will!