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Schnee im April: noch keine größeren Pflanzenschäden

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Im Hinblick aufs Wetter wird der April seinem Ruf derzeit voll gerecht – „wechselhaft, mit spätwinterlichem Charakter“ lautet die aktuelle Vorhersage des Deutschen Wetterdiensts. Verantwortlich dafür ist ein Tief aus Skandinavien, das in vielen Regionen für kühle Ostertage und Schneefall sorgte. Freilandkulturen scheinen bis dato aber noch keinen größeren Schaden aufgrund der teils frostigen Temperaturen genommen zu haben.

Schnee verwandelt Kulturflächen in Bad Zwischenahn in Winterlandschaft

Selbst vor dem sonst klimatisch milden Ammerland hat der Kälteeinbruch zu Ostern nicht haltgemacht: In der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Bad Zwischenahn etwa fielen in der Nacht vom 5. auf den 6. April sieben Zentimeter Schnee und verwandelten die Kulturflächen in eine Winterlandschaft. Allerdings fielen die Temperaturen nur wenig unter den Gefrierpunkt, sodass keine größeren Pflanzenschäden entstanden sein dürften. Schlimmer war der Kälteeinbruch im Februar, als die Temperaturen in Bad Zwischenahn bis auf minus 16 Grad Celsius fielen und einige empfindliche Pflanzen erfroren.

Meteorologen sagen nächsten Zustrom von Polarluft vorher

Bereits für das kommende Wochenende melden die Meteorologen einen erneuten Zustrom von Polarluft und sehr kalte Nachttemperaturen – diese könnten dann unter anderem der Obstblüte zusetzen, denn die warmen Temperaturen vor Ostern mit zum Teil deutlich über 20 Grad Celsius haben vielerorts die Knospen aufbrechen lassen. In Baden-Württemberg beispielsweise stehen viele Obstbäume bereits in voller Blüte, Minusgrade in den Nächten können die empfindlichen Fruchtknoten im Inneren der Blüte zerstören.

Erhebliche Schäden im Obstbau durch Spätfröste im Frühjahr 2020

Im Frühjahr 2020 hatten Spätfröste zu erheblichen Schäden und Ertragseinbußen im Obst- und Weinbau geführt. Das bayerische Landwirtschaftsministerium bezuschusst daher mit seinem neu aufgelegten Sonderprogramm Obst- und Weinbau die Prämien auf betriebliche Ertragsversicherungen gegen Starkfrost, Sturm oder Starkregen (TASPO Online berichtete), weitere Bundesländer fördern ebenfalls die Mehrgefahrenversicherung. Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) hat zudem kürzlich bekanntgegeben, staatliche Hilfen in Höhe von drei Millionen Euro für Obst- und Weinbau-Betriebe bereitstellen zu wollen, die durch die Spätfrostereignisse im Frühjahr 2020 betroffen waren. Anträge für die Hilfen können bis spätestens 29. Mai beim Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und ländlichen Raum gestellt werden.

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