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Schnittkultur-Versuche: Island-Mohn im Freiland anbauen

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Nicht erst seit Corona nimmt die Attraktivität von heimisch angebauten Schnittblumen deutlich zu – und bietet insbesondere Einzelhandelsgärtnereien eine zusätzliche Chance der Profilierung. Bisher wenig bei uns angebaut wird der Island-Mohn (Papaver nudicaule). Dabei ist dessen Anbau gar nicht so schwierig, wie Kulturtipps von Marion Jentzsch vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Dresden-Pillnitz zeigen.

Freiland-Anbau von Papaver nudicaule in Dresden-Pillnitz. Foto: Margret Dallmann/LfULG

Langstielige Island-Mohn-Sorten für Freilandschnitt geeignet

Die langstieligen Sorten von Papaver nudicaule sind laut Jentzsch für den Freiland-Schnitt geeignet und bedürfen einer schnellen Vermarktung. In zweijährigen Anbauversuchen in Dresden-Pillnitz wurden kleinblumige Mischungen wie ‘Monarch Strain Mix’, ‘Panama Mix’ oder ‘Prachtmischung’ getestet. Sie blühen bei zweijährigem Anbau bereits ab Mitte April. Der Ertrag ist laut LfULG hoch und hält über mehrere Wochen an. Die fünf bis zehn Zentimeter großen Blüten sind weiß, gelb, orange oder in Rottönen. Einzelfarben gibt es am Markt beispielsweise von der Champagne-Bubbles-Serie als Weiß, Gelb, Orange, Rosa und Rot. Diese kommen zeitlich etwas später in den Ertrag. Die Stiele sind kräftiger und die Blumen mit bis zu zwölf Zentimetern Durchmesser größer. Niedrige Sorten empfiehlt Jenztsch als Topf- und Containerpflanzen.

Aussaat von Papaver nudicaule unkompliziert

Die Aussaat des Island-Mohns hat sich als unkompliziert erwiesen: Für die zweijährige Kultur biete sich eine Aussaat Anfang August an. Zu hohe Temperaturen schaden eher, als dass sie die Keimung fördern. Innerhalb von sieben bis neun Tagen keimen die Samen, nach weiteren sieben Tagen wird als Tuff pikiert. Eine sechswöchige Vorkultur ab Aussaat ist ausreichend, eine zusätzliche Düngung während dieser Phase ist laut den Versuchen von Vorteil.

Island-Mohn gilt als anspruchslos

Für die Kultur im Freiland empfiehlt Jentzsch ein flaches Abdecken mit Vlies (30 Gramm pro Quadratmeter) ab Anfang März bis zum Schieben der Blütenstiele, dies verfrüht den Erntebeginn um drei bis sieben Tage und erhöht die Stiellänge. Papaver nudicaule gilt als anspruchslos, ein sonniger Standort und gut durchlässiger Boden eignen sich am besten. Um vorzeitigem Blühen im Pflanzjahr vorzubeugen, ist laut der Expertin eine Pflanzung Ende September ausreichend – und zwar mit 16 bis 20 Pflanzen je Quadratmeter.

► Weitere Informationen zur Kultur von Island-Mohn sind in der TASPO 37/2020 zu finden.

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