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Schnittrosen: Thripse mit Nützlingen bekämpfen

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Thripse verursachen Nekrosen an Blüten und Blättern von Rosen. Sie sind sehr invasiv und haben zum Teil ein breites Wirtsspektrum. Zudem können sie Überträger von Viren, Bakterien und Pilzen sein. Bekämpfen lassen sich die Schädlinge unter anderem mit Raubmilben.

Thripse an Schnittrosen lassen sich chemiefrei mit Gelbtafeln oder Nützlingen wie Raubmilben bekämpfen. Foto: warloka79/Fotolia

Frankliniella occidentalis häufigste Thrips-Art

Im Raum Straelen am Niederrhein wurden zwischen 2014 und 2018 sechs Thrips-Arten in nennenswerten Anteilen gefunden. Ein Screening in elf Betrieben im vergangenen Jahr ergab, dass es sich bei den gefundenen Thripsen zu 70 Prozent um Frankliniella occidentalis handelte.

Diese Art legt nach Angaben von Marion Ruisinger, Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW, keine Diapause ein, die Entwicklung findet ab zehn Grad Celsius statt. Frankliniella occidentalis überträgt Viren und besitzt insgesamt ein hohes Schadpotenzial.

Raubmilben als Gegner von Thripsen

Thrips tabaci, beim Screening mit zehn Prozent vertreten, legt im Winter im Freiland eine Diapause ein. Diese Art überträgt ebenfalls Viren und besitzt ein hohes Schadpotenzial. Zu den gefundenen Arten gehörte zudem Frankliniella intonsa mit winterlicher Diapause, ihr Anteil lag bei zehn Prozent.

Zu den Thrips-Antagonisten zählen vor allem Raubmilben, aber auch Pilze. Adulte Raubmilben fressen täglich bis zu sechs Larven, allerdings nur bis zum zweiten Stadium. Danach sind die Thrips-Larven zu groß. Bei einem Massenzuflug von Thripsen können Probleme auftreten, da die Raubmilben dann überfordert sind. Umgekehrt sollen Raubmilben und deren Eier bei Thripsen Stress auslösen.

Amblyseius-Raubmilben brauchen Pollen

Amblyseius-Raubmilben brauchen neben hoher Luftfeuchte (über 70 Prozent) Pollen als Nahrungsquelle. Im Handel erhältlich ist zum Beispiel „Nutrimite“ aus Rohrkolbenpollen. Nahrungsmangel verhindert laut Ruisinger die Etablierung der Nützlinge. Mit Pollengabe sei der Bekämpfungserfolg höher.

Von 2014 bis 2016 lief im Schnittrosenbetrieb Brüx ein Praxisversuch mit Nützlingen, der in den einzelnen Jahren unterschiedliche Ergebnisse brachte.

Einfluss der Rosen-Sorten auf Raubmilben

2017 ging es im Betrieb Diepers um den Einfluss der Sorte auf die Raubmilben. Im Test standen die laubstarke ‘Jadara’ sowie die weniger dicht belaubte ‘Biedermeier’. Dabei zeigten sich Unterschiede, die laut Ruisinger durch die Laubdichte verursacht sein könnten, die das Mikroklima im Bestand einschließlich der Luftfeuchte beeinflusse.

So waren im Frühjahr bei ‘Jadara’ weniger Raubmilben zu finden als bei ‘Biedermeier’, möglicherweise durch einen „Verdünnungseffekt“. Im Sommer war es umgekehrt, hier könnte die höhere Luftfeuchte im dichteren ‘Jadara’-Bestand die Raubmilben begünstigt haben.

Raubmilben allein reichen manchmal nicht aus

Der Einfluss der Sorte und ihrer Laubblattmasse müsse demnach im Hinblick auf die Menge der eingesetzten Nützlinge mehr Berücksichtigung finden, meint Ruisinger. 2018 ließen sich die Nützlinge bei beiden Rosen-Sorten nur schlecht etablieren.

Ruisingers Fazit: Eine Futtergabe (Pollen oder Futtermilben) wirkt sich positiv auf verschiedene Raubmilben aus. Bei Zuflug oder Massenvermehrung im Gewächshaus reicht die Wirkung aller Raubmilben-Arten nicht aus, auch nicht mit Futtergabe. Einen Ausweg biete da nur der chemische Pflanzenschutz.

Einen ausführlichen Beitrag zum Pflanzenschutz bei Schnittrosen und anderen Schnittblumen lesen Sie in der Gärtnerbörse 03/2019, die am 9. März erscheint.