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Schnupperpraktikum: Politik trifft Praxis

Ein neuer Kunstrasenplatz in Delligsen - normalerweise kommen die Politiker zur Einweihung. Ein Praktikum bei Kluge & Sohn Garten- und Landschaftsbau sorgte dafür, dass die Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) dieses Mal früher am Platz war. Am 13. August nahm sie an der Praktikumsaktion des Bundesverbandes der Dienstleistungswirtschaft (BDWi) teil, die Vermittlung des Betriebes Kluge & Sohn erfolgte durch den Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Niedersachsen-Bremen. Das Delligser Unternehmen ist besonders in der Gartengestaltung tätig und erarbeitet für jeden Kunden nach einer gründlichen, fachlich kompetenten Beratung ein detailliertes Konzept zur Verwirklichung der individuellen Wünsche. Beim Schulzentrum werden nun Wünsche von Kindern wahr, denn der Platz steht allen zum Kicken und Ballspielen zur Verfügung. Dazu sind Rodungsarbeiten, Erdarbeiten, Geländemodellierung und Rasensaat erforderlich. Der Kunstrasen ist eine Spende des Deutschen Fußballbundes.

Pünktlich um 7 Uhr morgens stand Gabriele Lösekrug-Möller in Arbeitskleidung bereit, um sich ihren neuen Aufgaben zu widmen. Bevor es an die Arbeit ging, informierte sie Betriebsinhaber Achim Kluge, der sich im Vorstand des VGL engagiert, über das Berufsbild und seinen Betrieb. Beeindruckt zeigte sich MdB Lösekrug-Möller über die Ausbildungsquote, die im Betrieb Kluge mit 15 bis 20 Prozent noch über der ohnehin hohen Quote im Garten- und Landschaftsbau liegt. Auch die Vorteile, die das Jahresarbeitzeitmodell in Kombination mit der Saison KUG-Regelung gerade auch für die Arbeitnehmer bietet, fanden den Beifall der SPD-Abgeordneten. Achim Kluge nutzte die Gelegenheit, die Bundestagsabgeordnete über ein Thema zu informieren, das den Garten- und Landschaftsbau in ganz besonderer Weise trifft: Wettbewerbsverzerrungen durch Steuerprivilegierung von Landwirtschaft und sozialen Betrieben.

Nach dieser Einführung war es dann an der Zeit für die Bundestagsabgeordnete, auf der Baustelle ihre Frau zu stehen. Vorarbeiter Baum erläuterte die Arbeitsabläufe beim Bau eines Kunstrasenplatzes, dann griff Frau Lösekrug-Möller zur Astschere und zeigte viel Geschick beim Rückschnitt der umgebenden Gehölze. Ihr Fazit am Ende des Tages: "Mich freut, dass ein ortsansässiges Unternehmen den Zuschlag bekommen hat. Dabei einmal Hand anlegen zu dürfen war schön, hat aber auch gezeigt dass Garten- und Landschaftsbau Professionalität voraussetzt", so Gabriele Lösekrug-Möller MdB.

Einen weiteren Teilnehmer der Praktikumsaktion des BDWi, den Bundestagsabgeordnete und Stadtrat der Stadt Braunschweig, Carsten Müller, CDU, vermittelte der VGL für den 26. August an den Mitgliedsbetrieb Haltern und Kaufmann in Braunschweig. Auch dort ging es nicht nur darum, sich zu informieren, sondern den Berufsbereich Garten- und Landschaftsbau "in der täglichen Praxis" kennen zu lernen.

Der Besuch bei Haltern und Kaufmann begann morgens um 8 Uhr mit einem Informationsaustausch mit den beiden Geschäftsführern des Unternehmens, Sven Bartölke und Klaus Klaue. Dabei wurde auch über die Probleme des Garten- und Landschaftsbaus, aber auch die Chancen und Leistungen in diesem Berufsfeld diskutiert. Besonders beeindruckte Müller, dass Haltern und Kaufmann mit 33 Auszubildenden einer der größten Ausbildungsbetriebe bundesweit ist. Im Anschluss an die theoretische Einführung besuchte Herr Müller dann die Baustelle zur Erneuerung der Sportanlage des Vereins "Freie Turner" in Braunschweig. Begleitet durch ein Fernsehteam des ZDF Morgenmagazin konnte sich Carsten Müller über Tätigkeiten im Garten und Landschaftsbau informieren. Hier erhielt er einen umfassenden Einblick in den Bereich Sportplatzbau. Tatkräftige Unterstützung erhielten die Mitarbeiter vor Ort durch Müller bei den Pflasterarbeiten. Die effektive Arbeitsaufteilung und Organisation der Baustelle beeindruckten ihn sichtlich.

Ein "heißes" Thema in der gemeinsamen Mittagspause war dann natürlich die Rente mit 67. Vorarbeiter Dieter Holzkamp erläuterte anschaulich die körperlichen Belastungen und verdeutlichte den langfristigen Einfluss auf den Körper durch die Witterung. Nachdenklich und durch die eigene Erfahrung des Steineschleppens bereichert, nahm Müller diesen Umstand zur Kenntnis und stellte ein Überdenken der derzeitigen Reglung durch eine Anpassung an Berufe wie den Garten- und Landschaftsbau in Aussicht. In den letzten Jahren konnte im Zuge der BDWi-Schnupperpraktika insgesamt über 300 Mitglieder des Bundestages in Betriebe vermittelt werden.