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Schottergärten: aus Grün wird Grau

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Seit einiger Zeit diskutieren wir in der gedruckten TASPO und auf der TASPO Facebook-Seite das Thema Schottergärten. Die Mehrheit der Leser und User ist gegen diese Flächenversiegelung. Eine Gemeinde in Niedersachsen macht allerdings das Gegenteil: Sie wandelt Pflanzeninseln in Steinbeete um.

Weniger pflegeintensiv und klimafest

In Dannenbüttel, einem Ortsteil der Gemeinde Sassenburg im Landkreis Gifhorn, finden immer mehr der rund 1.800 Einwohner Gefallen an Grau statt Grün. Steinbeete seien weniger pflegeintensiv und halten Dürre und Hitze stand, meinen sie.

„Leider werden wir von einigen stark kritisiert, aber bedingt durch unser Klima müssen wir Alternativen finden“, sagt Ortsbürgermeister Horst Loos unserer Redaktion. Er ist für den Umstieg und hat ihn selbst vor einigen Jahren politisch auf den Weg gebracht.

Steinbeete unter bestimmten Bedingungen

„Damals waren viele unschlüssig“, so Loos. Jetzt steige die Nachfrage, weil es ordentlich aussehe und der Pflegeaufwand verhältnismäßig gering sei.

Und so werden nach und nach die Straßenränder des Ortes und auch gleich einige Vorgärten umgestaltet, wie unsere Bildergalerie zeigt. Allerdings nur, wenn die Anwohner es möchten und unter der Bedingung: „Pflegen müssen die Anwohner die Inseln natürlich. Sonst wandeln wir sie nicht um“, so der Ortsbürgermeister.

Viele Stein-Skeptiker überrascht

In der Straße „Auf dem Sande“ wurde die Umwandlung am vergangenen Freitag abgeschlossen, wie der Ortsbürgermeister erzählt. „Es haben fast alle Anwohner in der Straße mitgemacht und wollen die Beete auch pflegen. Ohne Zusage hätten wir es nicht durchgezogen.“

Viele Stein-Skeptiker seien überrascht von den Ergebnissen. „Wer unsere Steinbeete gesehen hat, sagt, dass er es sich so nicht vorgestellt hat“, freut sich Loos. „Wir gewinnen immer mehr Befürworter.“

Baden-Württemberg: „Schottergärten sind illegal“

Bei Naturschützern stehen Schottergärten dagegen schon lange in der Kritik. Im Gegensatz zu echten Steingärten, die natürliche Lebensräume nachbilden und Wildpflanzen, Eidechsen, Insekten und Spinnen beherbergen, sind moderne Schottergärten in aller Regel biologisch tot, erklärt der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV).

Darüber hinaus seien sie auch ein Verstoß gegen die Landesbauordnung. „Tausende Gärten in Baden-Württemberg widersprechen geltendem Recht. Schottergärten sind illegal“, betont der LNV-Vorsitzende Dr. Gerhard Bronner. Die Landesbauordnung schreibe vor, dass unbebaute Flächen als „Grünflächen“ anzulegen oder anderweitig zu begrünen seien. Graue Schotterwüsten würden diese Vorgabe nicht erfüllen.

Mehr zum Thema Schottergärten sowie Stimmen der TASPO Leser dazu finden Sie in der TASPO 47/2018, die am 23. November erscheint.