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Schutz vor der Vogelgrippe: Empfehlung der Berufsgenossenschaft

Nachdem die Vogelgrippe inzwischen in Deutschland angekommen ist, berichten die Medien täglich über Funde von verendeten Vögeln, was die Besorgnis und Unsicherheit der Bevölkerung schürt. Vor diesem Hintergrund hat nun die Gartenbau-Berufsgenossenschaft (GBG, Kassel) Empfehlungen zum Schutz der Beschäftigten vor Infektionen durch die Vogelgrippe beispielsweise beim Auffinden verendeter Vögel in Grünflächen bekannt gegeben. Das Virus H5N1 wird nach Biostoffverordnung in die Risikogruppe 3 eingestuft. Die Vogelgrippe sei in erster Linie eine Tierseuche, die nach derzeitigem Wissensstand nur schwer auf den Menschen übertragbar ist. Betroffen könnten Beschäftigte sein, die bei Grünpflegearbeiten verendete Vögel auffinden. In diesem Fall gilt, zuerst die zuständigen Behörden in Kenntnis zu setzen. Sollte die Entsorgung notwendig werden, so ist zu beachten: Ein Übertragungsweg könne insbesondere durch den direkten Kontakt (Schmierinfektion) zu Körperflüssigkeiten (Speichel, Blut, Tränenflüssigkeit, Kot) von erkrankten oder krankheitsverdächtigen Tieren gegeben sein. Folgende Schutzmaßnahmen empfiehlt die GBG:

- Information und Beratung der Beschäftigten im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge (nach § 15 BioStoffVO) durch einen Arbeitsmediziner oder Betriebsarzt. Gegebenenfalls sollte den Beschäftigten eine spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung (nach § 15 a BioStoffVO) angeboten werden.

- Generell sollten die allgemeinen Hygienemaßnahmen beim Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen (TRBA 500) berücksichtigt und eingehalten werden. Dies sind Maßnahmen wie Reinigung der Hände (Hygiene), Trennung von Arbeits- und Straßenkleidung sowie das Bereitstellen von Körperschutzmitteln und anderes (siehe auch Merkheft GBG 17.1 "Die Biostoffverordnung, Bedeutung für den Gartenbau", Seite 44 ff.).

Bei Kontakt zu verendeten Vögeln sollten laut GBG zusätzliche Schutzmaßnahmen in Abhängigkeit von einer Einzelbewertung vor Ort ("Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung") eingeleitet werden: körperbedeckende Arbeitskleidung: beispielsweise Einwegschutzanzug, flüssigkeitsdichte Schutzhandschuhe, gegebenenfalls Gummistiefel, gegebenenfalls Augenschutz, Atemschutz (mindestens FFP2). Die verwendete Schutzkleidung sollte den Angaben zufolge soweit möglich als Einwegausrüstung verwendet und mit entsorgt werden, ansonsten gelte es, die Körperschutzmittel zu desinfizieren.

Je nach Vorgehensweise in den einzelnen Bundesländern oder mit den lokalen Behörden sollten weitere Schutzmaßnahmen, Verhaltensregeln oder auch Entsorgungsfragen an die zuständigen Stellen gerichtet werden. Bei Hautkontakt mit infizierten Tieren oder einem sonstigen konkreten Hinweis auf eine Infektion durch das Vogelgrippevirus sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.