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Schwarzkümmel: Heil-, Gewürz- und Schmuckpflanze

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In der klassischen deutschen Küche spielt der echte Schwarzkümmel überhaupt keine Rolle, im vorder- und westasiatischen Raum ist er hingegen ein viel verwendetes Gewürz. Und zunehmend wird seine gute Wirksamkeit als Kraut gegen allerlei Beschwerden erkannt. Sogar in der Floristik lässt sich die Zier- und Würzpflanze verwenden.

Die Blüte des Schwarzkümmels eignet sich auch für floristische Zwecke. Foto: Pixabay

Aroma mit einer Spur Eukalyptus

Wer echtes türkisches Fladenbrot isst, isst auch immer ein wenig Schwarzkümmel (Nigella sativa), wenn das den meisten auch nicht bewusst sein dürfte. Denn in der Regel werden die Brote mit einer Mischung aus hellen Sesam- und dunklen Schwarzkümmelsamen bestreut, was ihnen eine besondere Geschmacksnote verleiht.

Das Aroma ist nicht ganz einfach zu beschreiben. Der Gewürzhändler Fuchs beschreibt es als eine Mischung aus Nüssen, Thymian, Bohnenkraut und einer Spur Eukalyptus. Im Mittelmeerraum, wo das einjährige Hahnenfußgewächs beheimatet ist, werden zahlreiche Gemüse- und Fleischspeisen mit Schwarzkümmelsamen verfeinert.

Topping für Salate und Suppen

Von dort aus begann der Schwarzkümmel seinen Siegeszug vor allem Richtung Osten und ist unter anderem in Indien ein wichtiges Gewürz. So gehört er zum Beispiel in die typisch bengalische Gewürzmischung „Panch Phoron“. Zusammen mit Bockshornklee, Senfkörnern, Fenchel und Kreuzkümmel gibt die Mischung Currygerichten den richtigen Geschmack.

Damit der Schwarzkümmelsamen sein Aroma entfaltet, wird er leicht angeröstet und dann entweder ganz oder grob zerkleinert verwendet. So kommt er beispielsweise als Topping für Salate und Suppen zum Einsatz.

Schwarzkümmel als Heilpflanze

Vom Propheten Mohammed soll die Aussage stammen, Schwarzkümmel helfe gegen fast alle Krankheiten außer dem Tod. Entsprechend häufig wird die Pflanze in der islamischen Welt zur Behandlung vielerlei Beschwerden eingesetzt. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Provitamin A, Vitamin B, Biotin, Folsäure, Magnesium und verschiedene ungesättigte Fettsäuren.

Vor allem dem aus den Samenkörnern gepressten Öl werden entzündungshemmende und das Immunsystem stärkende Eigenschaften zugesprochen. Die Einnahme wird bei Bluthochdruck, Diabetes und Bronchitis zur Therapie-Unterstützung empfohlen. Zur Wirksamkeit bei verschiedenen Krebsarten laufen gerade einige vielversprechende Studien.

Äußerlich und innerlich anwendbar

Das Öl kann auch äußerlich angewandt werden, zum Beispiel in Cremes und Salben für trockene Haut mit Neigung zu Neurodermitis. Gegen Erkältungen werden die Samen zusammen mit Anissamen und Süßholz mit heißem Wasser aufgebrüht und als Tee getrunken. Zum Inhalieren eignet sich eine Mischung aus gemahlenem Schwarzkümmel und Honig, aufgegossen mit heißem Wasser.

Wie seine großblütige Verwandte, die Jungfer im Grünen (Nigella damascena), lässt sich auch der Schwarzkümmel gut in der Floristik verwenden. Vor allem die auffälligen, leicht bizarr wirkenden Samenkapseln sind außerordentlich beliebt und unterscheiden sich bei beiden Arten kaum.

Schwarzkümmel auf einen Blick

Schwarzkümmel ist als einjährige Zier- und Würzpflanze recht einfach im Freiland zu kultivieren. Saatgut ist erhältlich bei Bingenheimer Saatgut (Echzell) und Pharmasaat (Artern). Informationen zum Anbau sind in einer Broschüre der Thüringer Landesanstalt zusammengestellt.

Dieser Artikel ist Bestandteil des neuen TASPO extra Genusspflanzen, das am 17. August in der TASPO 33/2018 erscheint.