Schweizer Gärtner: mehr Geld, mehr Urlaub!

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Schweizer Gärtner protestieren auf der Züricher Sihlbrücke gegen die vorherrschenden Arbeitsbedingungen. Foto: Unia

Die Schweizer Gärtner fordern bessere Arbeitsbedingungen. Am vergangenen Samstag demonstrierten sie in Zürich für mehr Urlaub, mehr Lohn und eine mögliche Frühpensionierung. Der Arbeitgeberverband Jardin Suisse zeige sich bisher uneinsichtig, wie die Gewerkschaft unia berichtet.

Gärtner in der Schweiz: ein schöner, aber unterbezahlter Beruf?

Der Protest der Arbeitnehmervertretung Unia richtet sich gegen den Gärtner-Verband Jardin Suisse. In der Gewerkschaft sei man sich einig, dass Gärtner zwar ein schöner Beruf sei, er jedoch schlechten Arbeitsbedingungen unterliege, die sich an überlangen Arbeitstagen, wenig Urlaub und zu niedrigen Löhnen festmachen. Die Konditionen sollen im ganzen Gebiet der Eidgenossen durch einen neuen allgemeingültigen Gesamtarbeitsvertrag geregelt werden.

In der Schweiz verdienen Gärtner laut einer Erhebung des Onlineportals lohnanalyse.ch 46.600 Euro pro Jahr. Die Vergleichswerte für Österreich liegen bei 15.700 Euro und für Deutschland bei 22.800 Euro. Während die Eidgenossen im Schnitt nur etwas mehr als 23 Tage pro Jahr Urlaub bekommen, sind es in Deutschland und Österreich rund 30 Tage.

Gemessen an anderen Berufen, rangieren die Gärtner im unteren Drittel des Lohngefüges in der Schweiz. Agrarwissenschaftler beispielsweise verdienen 69.300 Euro im Schnitt. Arzthelfer und Bauarbeiter rangieren bei 51.300 Euro Lohn ungefähr auf der gleichen Stufe. Schlechter bezahlt werden Landwirte mit 40.700 Euro und Friseure mit 37.900 Euro Jahresverdienst.

Unia: Arbeitgeberverband Jardin Suisse verweigert bisher Verhandlung

Wie die Gewerkschaft Unia berichtet, weigert sich der Arbeitgeberverband Jardin Suisse, die Verhandlungen zu einem Gesamtarbeitsvertrag aufzunehmen. Dieser würde faire Löhne, eine mögliche Frühpensionierung und 25 Tage Urlaub vorsehen. Im Vorfeld der Kundgebung in Zürich hätten tausende Gärtner/innen eine entsprechende Unia-Petition unterschrieben, so die Gewerkschaft.

Für die Kundgebung blockierten Mitglieder der Unia, der nach eigener Aussage die meisten Gärtner in der Deutschschweiz angehören, die Sihlbrücke in Zürich. Damit folgten sie dem Beispiel der Bauarbeiter, die sich vor 15 Jahren vor dem Baregg-Tunnel postiert und sich so das Anrecht auf eine Frührente erwirkt hatten. Den passenden Rahmen für die Aktion bot die Berufskonferenz, an der 80 Delegierte des Gartenbaus teilnahmen.

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