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Schwermetalle machten den Umzug nötig

Auf der fruchtbaren Marscheninsel Hamburg-Moorwerder im Bezirk Hamburg-Wilhelmsburg, dort wo sich die Elbe in Norder- und Süderelbe aufteilt, wird seit vielen Jahren von Familienbetrieben intensiv Gemüse - vorwiegend für den Hamburger Frischmarkt - angebaut. So auch von der Familie Jonny und Dirk Beckedorf.

Als der 1939 von der Familie übernommene ein Hektar große Betrieb 1968 auf Jonny und Ehefrau Marianne Beckedorf überging, wurden 2000 Quadratmeter Gewächshausfläche - entstanden sind dann sogar 2300 Quadratmeter - als absolut ausreichend für eine sichere Familienexistenz angesehen. Dies änderte sich schnell durch die Energiekrisen in den siebziger und achtziger Jahren. Der Freilandgemüseanbau gewann wieder mehr an Bedeutung. Für das notwendige Betriebswachstum, Sohn Dirk hatte sich inzwischen für den Gärtnerberuf entschieden, wurden Freilandflächen hinzugekauft und -gepachtet. Mangels anderweitiger Flächen wurde Gemüse auch auf ehemaligen Spülfeldern (Ablagerung von Elbschlick) angebaut, die von der Stadt Hamburg zu pachten waren. Verbesserte Untersuchungsmethoden führten allerdings dazu, dass im Gemüse von Spülflächen immer wieder Schwermetalle nachgewiesen worden sind, was die Stadt Ende der 90-er Jahre dazu veranlasste, die Gemüsegärtner zum Verzicht auf den Anbau auf diesen Flächen zu bewegen. Bei Beckedorfs wurde deshalb seit 2002 zusammen mit der Hamburger Landwirtschaftskammer und der Wirtschaftsbehörde intensiv nach einer auch betriebswirtschaftlich sinnvollen Möglichkeit einer Betriebsverlagerung gesucht.

2004 war es dann soweit: Es konnte eine Hofstelle mit zwei riesigen Scheunen und acht Hektar Land in Sachsenwaldau bei Reinbek in Schleswig-Holstein von der Hansestadt Hamburg, übernommen werden. Wie die Familie dort nun wirtschaftet, lesen Sie im Sonderteil Obst + Gemüse in der TASPO 39/06.