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Seit fast dreißig Jahren: „Ehrliche“ Pflanzen aus Geitelde

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Seit 1991 leitet Frank Kappelmann seine Gartenbaumschule in Geitelde nahe Braunschweig. Auf etwa einem Hektar Fläche, ein Drittel davon Hauptverkaufsfläche, bietet er ein breites Sortiment und ergänzt es mit Dienstleistungen rund um Grünpflege und Pflanzarbeiten. Sein Credo – „ich will nicht schnell reich werden, ich will nachhaltig reich werden“ – zieht er seit fast 30 Jahren so durch. Dies spiegelt sich in seinen zufriedenen Kunden und beständigem Wachstum wider.

In der Geitelder Baumschule bietet Frank Kappelmann seinen Kunden ein buntes Sortiment „ehrlicher“ Pflanzen. Foto: Christoph Geißler

Idyllische Lage der Geitelder Baumschule als Besuchermagnet

Abseits gelegen und doch gut besucht ist die parkähnlich angelegte Geitelder Baumschule von Frank Kappelmann. Was auf den ersten Blick wie ein Hemmnis wirkt – eine Seitenstraße in einem abgelegenen Ort, durch den kaum jemand zufällig hindurchfährt – ist auf den zweiten Blick ein zuverlässiger Besuchermagnet. Nicht Autolärm gibt den Ton an, sondern Vogelgezwitscher. Anstelle eines großen Verkaufsgewächshauses mit gepflastertem Parkplatz steht eine gut sortierte Freilandfläche mit Pflanzen aller Arten und Gattungen in voller Blütenpracht. „Oft kommen Kunden einfach nur zum Spazierengehen hier her“, erzählt Kappelmann, während ein älteres Ehepaar mit Fotoapparat bewaffnet seine ausgestellten Pflanzen bewundert. „Vor der Corona-Pandemie hatten wir hier auch einen Kaffeeautomaten stehen, an dem sich jeder bedienen konnte.“ Nicht nur die Idylle und Gastfreundschaft sind es, die Besucher anziehen, auch die hohe Qualität der verkauften Pflanzen und die persönliche Beratung vor Ort spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Kein Biobetrieb, aber fast biologische Anbauweise

Wichtig ist Kappelmann, so wenig Pflanzenschutzmittel wie möglich einzusetzen. „Wir verkaufen ehrliche Pflanzen. Wenn eine Rose hier ein paar kleine Rostflecken hat, dann ist das genau das, was auch beim Kunden im Garten passieren würde“, erklärt Kappelmann. „Was bringt es mir, die schönste Rose zu verkaufen, wenn sie beim Kunden dann im Juli alle Blätter abwirft?“ Diese „ehrlichen“ Pflanzen zahlen sich laut Kappelmann aus und sorgen für zufriedene Kunden. „Oft höre ich von meinen Kunden, ‚Mensch Kappelmann, alles, was ich bei dir gekauft habe, wächst bei mir wie wild!‘, so macht das Ganze natürlich auch Spaß“, schwärmt er weiter. Ein Biobetrieb möchte er trotz seiner fast biologischen Anbauweise nicht werden. „Da kommen einfach zu viele Regeln und Vorschriften auf einen zu. Und manchmal kommt man um das Spritzen nicht herum. Ich kann aber an einer Hand abzählen, wie oft ich im Jahr spritze“, erklärt er.

Kappelmann experimentiert gerne mit seinem Pflanzensortiment

Den guten Stand bei seinen Kunden hat Frank Kappelmann nicht geschenkt bekommen – da stecken fast drei Jahrzehnte kontinuierliche Arbeit drin. Besonders die Anfangsjahre waren nicht leicht: „Als wir angefangen haben, sind wir noch mit unseren Pflanzen auf Wochenmärkte gefahren, um überhaupt erst einmal bekannt zu werden. Dazu kamen dann noch Zeitungsanzeigen“, erläutert er. Ganz alleine musste Kappelmann seine Anfangsjahre nicht bewältigen: Fast seit Gründung seines Betriebs ist er Mitglied im Verband der Garten-Baumschulen (GBV) im Bund deutscher Baumschulen. „Mitglied im GBV zu sein, hat mir sehr viele Vorteile gebracht. Besonders der ständige Austausch mit Kollegen und die Angebote des Verbandes in Sachen Werbung bringen einen richtig weiter. Kürzlich erst hatten wir eine Woche voller Betriebsbesichtigungen. Da sieht man gut, wie es die anderen so machen“, erklärt er. Solche Betriebsreisen sind für Kappelmann ein guter Weg, auch mal neue Pflanzen kennenzulernen. „Selbst als Profi ist man doch immer wieder erstaunt, was bei uns so alles wachsen kann. Da entdeckt man doch immer wieder Neuheiten“, führt er aus. Er selbst experimentiert gerne mal mit seinem Pflanzensortiment – manches Neue laufe gut, manch anderes fliege auch wieder raus. Wirkliche Kundentrends beim Pflanzenverkauf kann er jedoch nicht feststellen.

Ehrliche Worte kommen bei Kappelmanns Kunden gut an

Generell ist er kein Freund davon, den Trends hinterherzulaufen, viel lieber verkauft er möglichst viele verschiedene Pflanzen: „Wenn ein Kunde fragt, wie viele Pflanzen von einer Sorte er denn pflanzen soll, sage ich ihm, ‚eine, und daneben eine andere‘. Wofür haben wir denn schließlich so viele verschiedene Pflanzen? Es ist doch die Vielfalt, die alles erst schön macht.“ Unkonventionell ist Kappelmann auch, wenn es um die Kundenberatung geht. Er verkauft den Kunden nicht einfach, was sie wollen, sondern was sie brauchen: „Oft wollen meine Kunden immergrüne Pflanzen kaufen. Von denen rate ich, außer in wichtigen Sichtachsen, ab. Eine Pflanze, die immer gleich aussieht, wird doch auch schnell langweilig. Laubwechsel ist immer etwas Besonderes – und wann braucht man im Winter schon einen Sichtschutz um den eigenen Garten? Da ist man doch kaum draußen“, erläutert Kappelmann. Diese ehrlichen Worte kommen bei seinen Kunden gut an: Bisher habe sich noch niemand über die von ihm empfohlenen Pflanzen beschwert, jedoch bekomme er viel zufriedenes Feedback.

► Mehr über die Geitelder Baumschule von Frank Kappelmann, seine Erfahrungen im Corona-Jahr und welchen Tipp er für seine Gärtner-Kollegen hat, lesen Sie in der TASPO 41/2020.

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