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Selbstbedienungsverbot bei Biozid-Produkten kommt

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Bereits im Mai beschloss das Bundeskabinett strengere Regeln für den Verkauf von Biozid-Produkten, welche auf Vorschlag von Bundesumweltministerin Svenja Schulze zur Abstimmung gebracht worden waren. Der Bundesrat stimmte dem in der vergangenen Woche zu, was der ZVG mit Bedauern zur Kenntnis nahm.

Der Bundesrat beschloss in der vergangenen Woche ein Selbstbedienungsverbot für Biozide. Symbolfoto: Green Solutions

Bundesrat beschließt Selbstbedienungsverbot

Strengere Regeln für den Verkauf von Biozid-Produkten werden künftig Einzelhandelsgärtnereien, Gartenfachmärkte und Gartencenter betreffen, da hier Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen verkauft werden. Allerdings dürfen diese Produkte fortan nur noch nach Beratung durch Fachpersonal veräußert werden unterliegen zukünftig einem Selbstbedienungsverbot. „Die neuen Regeln zur Abgabe von Biozid-Produkten schützen die Umwelt, vor allem Insekten, und die menschliche Gesundheit vor negativen Auswirkungen. […] Ich will einen bewussten Umgang mit Biozid-Produkten erreichen und ihren oft unnötigen Einsatz verhindern. Das gelingt uns mit der verpflichtenden Fachberatung beim Verkauf. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen die Gefahren kennen und im besten Fall zu weniger schädlichen Mitteln greifen oder auf die Anwendung von Biozid-Produkten verzichten […]“, erklärte Bundesumweltministerin Schulze ihren Vorschlag.

Kein Zusatznutzen durch Beratungsgespräche

Beim Zentralverband Gartenbau nahm man den Beschluss des Bundesrates mit Bedauern zur Kenntnis. Demnach werde diese neue Regelung keinerlei erhöhte Sicherheit bieten, vielmehr befürchte man eine Zunahme des Onlinehandels aus dem Ausland mit diesen Produkten. „Vom geplanten Selbstbedienungsverbot sind Produkte betroffen, die ausdrücklich als Verbraucherprodukte zugelassen sind und ein niedriges Gefährdungspotenzial aufweisen, beispielsweise Ameisenköder oder Mittel zur Fernhaltung von Schädlingen“, so ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer. Des Weiteren sehe man beim ZVG die Beratungsgespräche nicht als Zusatznutzen sondern eher als Wiedergabe der Gebrauchsanweisung, es könne zudem nicht sichergestellt werden, dass die Anwendungsbestimmungen eingehalten werden.

Zusätzliche Belastung gärtnerischer Unternehmen

Durch das Selbstbedienungsverbot verschärfe man in Deutschland geltende EU-Verordnungen. Der ZVG sehe dadurch uneinheitliche Regelungen hierzulande und befürchte eine zusätzliche Belastung für kleine und mittelständische gärtnerische Unternehmen. Weiterhin fordert der Verband eine bürokratieärmere und verbraucherfreundlichere Lösung abzuwägen. Zudem sollen spezifische Risiken abgewogen werden und gegebenenfalls Ausnahmeregelungen geschaffen werden.

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