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Sensorgestützte Düngung reduziert Nitrat

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Eine geplante noch schärfere Vorgabe seitens der EU zum Einsatz von Düngemitteln sorgte kürzlich für Aufregung unter den Landwirten. Mit der sogenannten „Bauernmilliarde“ plant die Bundesregierung Landwirte zukünftig zu unterstützen. In Bayern startete zudem ein Forschungsprojekt, bei dem sensorgestützte Düngung den Nitratwert senken soll.

Das Bayerische Staatsministerium für Ernä#hrung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt aktuell ein Forschungsprojekt zur sensorgesteuerten Düngung. Foto: Myriam Zilles / Pixabay

EU fordert Senkung der Nitratwerte in Deutschland

Die Nitratwerte in Deutschland übersteigen derzeit die Vorgaben der Europäischen Union deutlich. Bereits mehrfach wurde die Regierung aufgefordert, an dieser Stelle nachzubessern. Der Generaldirektion Umwelt der EU reichen die im Referentenentwurf zur neuen Düngeverordnung vorgesehenen strengeren Regulierungen allerdings noch nicht aus (TASPO Online berichtete). Trotz vehementer Proteste müssen sich Produzenten auf noch schärfere Düngeregelungen einstellen. „Brüssel verhandelt nicht mehr, sondern macht uns Vorgaben, die wir umzusetzen haben“, erklärt Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus. Auch die Proteste der Landwirte können demnach daran nichts ändern.

„Bauernmilliarde“ soll Investitionen fördern

Im Zuge dieser Auseinandersetzung plant die Koalition, Landwirten mit der sogenannten „Bauernmilliarde“ finanziell unter die Arme zu greifen. Die finanziellen Mittel sollen für Agrarumweltprogramme und Investitionen bereitgestellt werden, um Landwirte beim anstehenden Transformationsprozess zu unterstützen. Das Geld in Höhe von einer Milliarde Euro soll innerhalb der nächsten vier Jahre zur Verfügung gestellt werden.

StMELF startet Forschungsprojekt

In diesem Zusammenhang kann auch die Nutzung moderner digitaler Technologie Abhilfe schaffen und die Landwirtschaft ressourcenschonender und nachhaltiger machen. In Burghausen startete kürzlich ein Forschungsprojekt, welches durch digitales Stickstoffmanagement und sensorgestützte Düngung den Eintrag an Nitrat ins Grundwasser reduzieren soll. Von diesem zukunftsweisenden Modellprojekt in einem Trinkwasserschutzgebiet werden daher praxistaugliche Ergebnisse für andere Regionen erwartet. Konkret wird untersucht, ob diese Technik in den sogenannten „roten Gebieten“ zur Reduzierung der Stickstoffdüngung wirksam beitragen kann. Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird mit 600.000 Euro aus dem Etat des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) gefördert. Das Engagement in der Forschung soll die großen Chancen, die in der Digitalisierung stecken, für die bayerische Landwirtschaft möglichst schnell in der Praxis nutzbar machen.

Praxistauglichkeit neuer Düngungssysteme werden getestet

Das neue Projekt in Burghausen wird federführend vom Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme der Technischen Universität München koordiniert. Beteiligt sind auch die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Die aktive Einbindung landwirtschaftlicher Betriebe und der Trinkwasserschutzberatung vor Ort soll die Praxistauglichkeit der neuen Management- und Düngungssysteme sowie die Umsetzung der abgeleiteten Maßnahmen zum Trinkwasserschutz sicherstellen. Unter den mehr als 15 beteiligten Landwirten sind sowohl konventionelle wie auch ökologische Betriebe aus den verschiedensten Produktionsrichtungen. Weiterführende Informationen zur sensorgestützten Düngung erhalten Sie unter diesem Link.

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