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Pflanzenschutz: Verbundprojekt Lückenindikation gestartet

Das Verbundvorhaben Lückenindikationen ist gestartet. Darin sollen Verfahrenswege erarbeitet werden, die geeignet und praktikabel sind, für die vielen kleinen Kulturen in Gartenbau und Landwirtschaft Lücken bei der Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln schließen zu können. Mit finanzieller Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV, jetzt BMEL) läuft seit August 2013 das gemeinsame Verbundprojekt von Zentralverband Gartenbau (ZVG) und Deutschem Bauernverband (DBV) für nun vier Jahre. 

Der Projektrat begleitet das Modellvorhaben Verbundprojekt Lückenindikation (v.l.n.r.): Dr. Gabriele Leinhos (ZVG/DLR), Dr. Hans Joachim Brinkjans (ZVG), Dr. Maria Hamacher (ZVG/LWK NRW), Dr. Hans-Dieter Stallknecht (DBV), Dr. Ingeborg Koch (DLR), Prof. Dr. Bernd Böhmer (LWK NRW), Dr. Siegfried Scholz (ZVG), Prof. Dr. Karl Schockert (DLR). Es fehlen: Prof. Dr. Martin Hommes (JKI), Dr. Anna-Sophia Gutschalk (JKI). Foto: ZVG

Das Modell baut auf den Erfahrungen des Arbeitskreises Lückenindikation (AK Lück) auf. Die Ergebnisse sollen die Arbeit des Arbeitskreises Lückenindikation zukünftig maßgeblich unterstützen und ergänzen, ohne diesen zu ersetzen.

Anhand von festgelegten Beispielen des Gemüse-, Obst- und Ackerbaus, des Baumschulbereichs und des Zierpflanzenbaus werden Verfahren zur Schließung von Bekämpfungslücken und zur gezielten Bekämpfung von festgelegten und bestimmten Schädlingen beziehungsweise Schaderregern entwickelt.

In dem Teilprojekt „Recherchen“, angesiedelt beim Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, werden Recherchen zu Lückenindikationen durchgeführt und vorhandene Lösungen in den europäischen Mitgliedsstaaten und weltweit aufbereitet.

In dem Teilprojekt „Kommunikation“ bei der Abteilung Gartenbau im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum werden die Verfahren für die Kommunikation und den Datentransfer zwischen Praxis, Verbänden, Industrie und EU-Gremien erarbeitet und optimiert.

In dem Teilprojekt „Forschung“ am Institut Pflanzenschutz in Gartenbau und Forst, Julius-Kühn-Institut, werden die neuesten Ergebnisse der weltweiten Forschung auf ihre Eignung zur Schließung von Lücken im Pflanzenschutz untersucht. Der Fokus liegt dabei auch auf nichtchemischen Methoden und Mitteln.

Am 9. Dezember trafen sich in Bonn erstmals die Mitglieder des Projektrats, der das Modellvorhaben während der Laufzeit begleitet und mit steuert. Vertreten sind dort auch die Verbände und Organisationen, die großes Interesse an der Arbeit zum Schließen von Pflanzenschutzlücken haben. Dazu gehören die Fachgruppen Gemüsebau und Obstbau im Bundesausschuss Obst und Gemüse, der Bundesverband Zierpflanzen, der Bund deutscher Baumschulen, die Union zur Förderung der Öl- und Proteinpflanzen, der Deutsche Weinbauverband und der Verband Deutscher Hopfenpflanzer.

Von allen Beteiligten wurde die Notwendigkeit des Netzwerkes und der gemeinsamen Anstrengung zur Verbesserung der Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmittel in Gartenbau und Landwirtschaft betont und Unterstützung zugesagt. (zvg)