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Sondergruppe Azerca: gute Vernetzung

„Die Betriebsnachfolger-Projektgruppe ist seit deren Gründung 2009 ein Senkrechtstarter“, berichtete Mathias Hartmann, Schwarzach, bei der Sommerreise der Azerca. Rund 70 Azercaner, Gäste und Firmenvertreter besichtigten Anfang August im Raum Worms einige Betriebe und diskutierten aktuelle Entwicklungen. 

Vorstandsmitglied Andreas Hintze moderierte die Projektgruppen und informierte über die Entwicklungen zum Thema Gaultherien. Einige Versuche wurden angeregt bzw. erweitert. Bei der Herbsttagung wird die Azerca zu ihrer neuen Kultur einen Schwerpunkt gestalten. Einige Anregungen zur weiteren Arbeit gab auch Gartenbauberaterin Silvia Fittje, Oldenburg, in ihrem Bericht zu der Projektgruppe „Umweltgerechte Produktion“. Vor allem die Wasserrahmenrichtlinie und die Depotdüngung werden weiterhin bearbeitet.

Über die Auswirkungen aus dem neuen Pflanzenschutzgesetz, das seit Februar 2012 in Kraft ist, referierte Jens Wienberg vom Pflanzenschutzamt in Oldenburg. Er informierte im Einzelnen über die zonale Zulassung, die Lückenindikation, den Sachkundenachweis und Pflanzenstärkungsmittel. Der „Wasserstern“, Callitriche, ist nur sehr schwer zu bekämpfen, erläuterte Günther Wilde vom Beratungsteam Gartenbau im Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen. Bisher ist der „Wasserstern“ noch nicht sehr verbreitet, in einzelnen Betrieben aber schon aufgetreten. Ähnlich dem „Bubikopf“ überwächst er Jungpflanzen. Fungizidversuche bei Callunenstecklingen und Herbizidversuche bei Hebe und Calocephalus erläuterte Wilde ebenfalls.

Die Wasserqualität war im Betrieb Bartholme, Bürstadt, ein Thema. Sehr hartes und salzhaltiges Grundwasser stellt den Unternehmer Werner Bartholme vor eine Herausforderung. Seine Topqualitäten zeigen, dass er sie meistert. Die Twin-Minis und Erica arborea-Minis fanden besondere Beachtung. Bartholme empfahl eine Biomulchfolie als Untergrund für seine Freiflächen. Die Callunen stehen in Kisten auf den Folien auf dem anstehenden Boden. Er erzielt hiermit eine Pflanzenschutzmitteleinsparung von 50 bis 60 Prozent auch ohne Mypexfolie.

Pflanzenschutzmittelrückstände diskutierten die Teilnehmer mit Stefan Böttcher in dessen Betrieb in Bürstadt mit Kräuteranbau. „Importe sind Vertrauenssache“, stellte der Unternehmer klar. Eine Zusammenarbeit ist nur mit Partnern gleicher Ansprüche und Arbeitsweisen möglich. Treibrhabarber und Rollrasen waren für die Azercaner hier neue Kulturen.

Auch im Gemüsejungpflanzenbetrieb Trübenbach in Bickenbach sahen die Teilnehmer der Reise andere Kultivierungsformen. Zudem erläuterte Claudia Trübenbach die komplizierte und aufwändige Logistik. Sie empfahl UV-durchlässige Cabriogewächshäuser zur Abhärtung der Ware.

Die Holzhackschnitzelheizung mit 850 kW Nennwärmeleistung im Betrieb Pippert, Bad Homburg, faszinierte besonders die technisch interessierten Teilnehmer. Das umfangreiche Sortiment verkaufen Christian und Alexandra Pippert hauptsächlich auf dem Frankfurter Blumengroßmarkt.

Die enge Zusammenarbeit mit den Fördermitgliedern ist für die Azerca in einigen Themen schon sehr hilfreich gewesen. Daher war es sehr erfreulich, dass neun Firmen an der Hausmesse im Betrieb Bartholme ausstellten und eine längere Präsentation für die Azercaner möglich war. (zvg/azerca)