Den Schalter umgelegt: vollelektrischer Geräteträger

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Einachsgeräteträger URI: Je nach Anbaugerät und Bedingungen vor Ort liegen die möglichen Einsatzzeiten zwischen einer und sechs Stunden. Foto: Rapid

An Akkutechnik bei Klein- und Pflegegeräten sowie handgeführten Rasenmähern haben sich auch professionelle Anwender längst gewöhnt – einen Schritt weiter geht das Unternehmen Rapid: Mit dem URI EO41 präsentieren die Schweizer einen vollelektrischen Einachsgeräteträger, der mit den bekannten Anbaugeräten kompatibel bleibt.

Steigende Nachfrage nach elektroangetriebenen Lösungen

Rund viereinhalb Jahre ist es her, dass Rapid mit dem Projekt begann. Grund war eine steigende Nachfrage nach elektroangetriebenen Lösungen im Markt. Doch welchen Weg sollte man gehen? Welche Leistung müsste solch ein Gerät haben, für welche Aufgaben sollte es ausgelegt sein? Die Schweizer entschieden sich für eine universell einsetzbare Maschine mit einer Leistung, wie sie bislang etwa ein neun bis zehn PS-starker, konventionell angetriebener Geräteträger bereitstellt. Und eine weitere Grundbedingung wurde am Anfang definiert: Auch eine elektrisch angetriebene Lösung sollte sich für den Anwender so anfühlen, wie er es von den bisherigen Lösungen gewohnt war.

Nicht ganz einfach war die Frage nach der richtigen Dimension des Akkus. Während schon bei reinen Fahrzeuglösungen die Angaben der möglichen Reichweite häufig in der Realität nicht zu erreichen sind, lassen sich die Anforderungen bei einem Arbeitsgerät ungleich schwieriger darstellen. Denn hier hängt der Energieverbrauch nicht nur vom Gelände und von dem Untergrund ab, auf dem es sich bewegt – vielmehr fordern unterschiedliche Anbaugeräte eben auch sehr unterschiedliche Leistungen ab. Rapid entschied sich bei der Energiequelle für eine Li-Ion Batterie mit 2,9 kWh Kapazität. Die Systemspannung beträgt 48V, damit kann die Maschine von Mechanikern noch ohne Zusatzausbildung gewartet werden – ein wichtiger Punkt für die Fachhändler.

Mögliche Einsatzzeiten zwischen einer und sechs Stunden

Die Batterie speist zwei Motoren: Zum einen den Achsmotor mit 1,2 kW Leistung, daneben den Zapfwellenmotor mit drei kW Leistung. Damit liegen die möglichen Einsatzzeiten je nach Anbaugerät und Bedingungen vor Ort zwischen einer und sechs Stunden. Vergleichsweise geringen Leistungsbedarf fordern etwa einfache Kehrarbeiten, ein hoher Leistungsbedarf fällt beim Einsatz der Schneefräse oder bei der Bodenbearbeitung an. Der lärmarme und abgasfreie URI eignet sich besonders für Einsätze in der Areal- und Grünflächenpflege oder im Winterdienst in lärmsensiblen Gebieten. Dazu zählen mit Wohngebieten, Parkanlagen, Kliniken, Kuranlagen oder beispielsweise auch Schulen, Hotelanlagen und Friedhöfen klassische Arbeitsgebiete für den Garten- und Landschaftsbau. Aber auch im Gartenbau – etwa in Gewächshäusern und Folientunneln – sieht Rapid durch den abgasfreien Betrieb gute Einsatzmöglichkeiten.

Auch in Innenhöfen oder selbst auf Dachgärten könnte der URI eingesetzt werden. Denn der elektrische Geräteträger lässt sich mit seinen kompakten Maßen (der Holm lässt sich bei Bedarf einklappen) auch in einem Lift transportieren und grundsätzlich ist selbst der Indoor-Betrieb möglich. Das Gewicht (ohne Reifen) liegt bei rund 116 Kilogramm, dazu kommt dann noch die Batterie, die gut 20 Kilogramm auf die Waage bringt.
Die Arbeit mit dem URI erfolgt weitgehend intuitiv, nur eine kurze Einweisung ist notwendig. Das jeweilige Anbaugerät lässt sich werkzeuglos im Schnellwechselsystem ankoppeln. Der Anbaustutzen mit dem Durchmesser 52/54 Millimeter folgt dem bestehenden Anbausystem des Unternehmens. Nach dem Einschalten der Batterie wird der URI mittels eines RFID-Chips freigeschaltet, der an das Schlosssymbol auf dem Display gehalten wird. Bevor es losgeht, lässt sich die Holmhöhe, ebenfalls werkzeuglos, an die individuellen Bedürfnisse anpassen. Gestartet wird durch Halten des Totmannhebels, durch Drehen des rechten Griffs lässt sich stufenlos vorwärts (maximal 7,6 km/h) und rückwärts fahren (maximal 3,6 km/h). Ein Druck auf den gelben Schalter an der linken Seite schaltet die Zapfwelle ein, die Drehzahl beträgt als Standard 880/min, lässt sich bei Bedarf zwischen 500 und 950/min anpassen.

Problemloses Manövrieren mit Anbaugeräten

Während der Arbeit kann der Holm durch Betätigen des rechten Holmhebels geschwenkt werden (maximal 230 Grad), sodass der Anwender die Maschine bei Bedarf seitlich versetzt steuern kann oder sich die Maschine auch komplett in ihrer Laufrichtung umkehren lässt. Beim Loslassen des Totmannhebels (oder alternativ des Totmanntasters auf der rechten Seite bei einhändiger Bedienung) stoppt die Maschine und die Feststellbremse wird aktiviert. Über einen Freilaufhebel lässt sich dieser lösen, wenn die Maschine ohne Batterie bewegt werden soll. Die Basisgeräusche der Maschine sind minimal, eine Lärmentwicklung entsteht fast ausschließlich durch den Betrieb der Anbaugeräte (Mulchen, Kehren, mechanische Unkrautentfernung), mit denen sich der Einachser problemlos manövrieren lässt.

Der Wechsel der Batterie ist schnell erledigt, nach Entfernen des Sicherungsbandes und Ziehen des Steckers lässt sich das Kraftpaket beidhändig entnehmen. Für einen kompletten Ladevorgang nimmt sich das mitgelieferte Standardladegerät rund sieben Stunden Zeit, nach etwa 2/3 der Ladezeit beträgt die Batteriekapazität rund 80 Prozent. Wer es eiliger hat, der kann für 370 Euro (ohne Mwst.) optional ein Schnellladegerät kaufen, das die Ladezeit auf weniger als die Hälfte reduziert. Und für energiehungrige Daueranwendungen mag auch eine zweite Batterie sinnvoll sein.

Mit dem URI sieht sich Rapid am Anfang einer ganz neuen Entwicklung mit zukünftig sicherlich noch weiteren neuen Anwendungsmöglichkeiten. Um für kommende Entwicklungen gerüstet zu sein, verfügen die neuen URIs deshalb auch über ein WLAN-Modul, mit dem für die Maschinensteuerung „over the air“ Fernwartungen durchgeführt werden können und sich Systemupdates durchführen lassen. Doch auch für die bisherige Kunden mit den benzingetriebenen Varianten möchte sich Rapid als nachhaltiger Partner empfehlen. Gearbeitet werde deshalb auch an Lösungen, um in Zukunft vielleicht auch benzingetriebene Modelle zu elektrisch betriebenen Einachsträgern umrüsten zu können.

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