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Sortenschutz: stärkere Lizenz-Kontrollen angekündigt

Immer mehr lizenzierte Pflanzen kommen illegal auf den Markt. Das niederländische Unternehmen Van Vliet New Plants (Stroe) hat vor diesem Hintergrund angekündigt, künftig verstärkte Kontrollen bezüglich Sortenschutz und Lizenzen durchzuführen. 

Wichtiges Produkt auf dem Lizenzmarkt: Hydrangea paniculata ‘Limelight’. Foto: VVNP

Auf sortengeschützte Pflanzen spezialisiert

Van Vliet New Plants hat sich als Lizenzgeber auf internationaler Ebene ganz auf sortengeschützte Pflanzen spezialisiert und übernimmt hierfür die Einführung und Verwaltung. Unter anderem gehören folgende lizenzierte Pflanzen zum Exportprogramm der Firma für Deutschland:

  • Hydrangea paniculata in Sorten,
  • Ilex meserveae in Sorten,
  • Thuja occidentalis ‘Mirjam’,
  • Viburnum plicatum ‘Kilimandjaro’.

Züchtern gehen Lizenzgebühren in fünfstelliger Höhe verloren

Insbesondere für Hydrangea paniculata ‘Limelight’ werde immer häufiger keine Lizenz gekauft, so Van Vliet New Plants gegenüber der TASPO. Allein im Hinblick auf diese Pflanze gingen den Züchtern damit Lizenzgebühren in einer Größenordnung zwischen 60.000 und 80.000 Euro verloren.

Dabei seien die Züchter über Jahre hinweg damit beschäftigt, neue und verbesserte Sorten zu entwickeln. Das koste nicht nur Zeit, sondern ebenso Geld und Energie. Die Möglichkeit, mit all diesen Bemühungen auch Einkünfte zu erzielen, liegt in der Beantragung des Sortenschutzes und der Erteilung einer Lizenz für ein neues Produkt.

Sortenschutz: geistiges Eigentum an neuen und wertvollen Pflanzensorten

Der Sortenschutz stellt eine Form des geistigen Eigentums an neuen und wertvollen Pflanzensorten dar. Er verleiht dem Inhaber das ausschließliche Recht auf den Vertrieb von Saat- und Vermehrungsgut der betreffenden Sorte. Auch kann der Inhaber unter bestimmten Bedingungen eine Lizenz an Dritte erteilen. Die Verantwortung dafür, dass andere den Sortenschutz nicht missbrauchen, trägt der Inhaber dabei selbst.

Für Züchter, die dies alles nicht selbst tun möchten oder aber können, besteht die Möglichkeit, die Lizenzen bei speziellen Lizenz-Unternehmen wie Van Vliet New Plants ausstellen zu lassen. Sie sorgen dafür, dass der Anbau der Pflanzen in der Betriebskette ordentlich verläuft und keine illegalen Pflanzen vermarktet werden. Die Lizenzkosten betragen nach Angabe des Unternehmens zehn Prozent des Verkaufswertes und liegen je nachdem zwischen zehn und 40 Cent pro Pflanze.

Lizenzpflanzen: Sonderregelung für GaLaBau

Nur mit dem zugelassenen und offiziellen Pflanzenetikett des Lizenzinhabers sowie des Agenten ist es gestattet, die lizenzierten Pflanzen zu vermarkten. Mit dem Etikett kauft der Produzent eine Teillizenz, was die für ihn so wichtige Exklusivität gewährleistet, so Van Vliet New Plants.

Oft finden Lizenzpflanzen auch ihren Weg in den GaLaBau. Dort wird das Etikett direkt beim Auspflanzen weggeworfen und ist somit ein unnötiger Kostenposten. Durch die Meldung, dass Pflanzen für GaLaBau-Projekte bestimmt sind, kann der Lizenzgeber gemäß Van Vliet New Plants einen Freistellungsbescheid für die Vertragsparteien abgeben. Darauf muss der Verlauf von Ankauf bis Zielbestimmung angegeben werden. (jl/ia/ts)

Wie Van Vliet New Plants bei seinen Kontrollen und bei Entdecken von illegalen Pflanzen vorgeht, lesen Sie in der TASPO 17/2015.