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Spargel- und Erdbeerbörse in Karlsruhe - Spargel ohne Größensortierung?

Wirkt es sich auf die Spargelsaison 2010 aus, wenn keine EU-weiten Handelsklassen und Größensortierungen angewendet werden? Führen die neuen vereinfachten Vorgaben wirklich zu einer Erleichterung oder werden die Verbraucher aufgrund betriebsspezifisch unterschiedlicher Vorgehensweisen stark verunsichert? Senkt der Verzicht auf Handelsklassenangaben das Qualitätsniveau, weil mehr unzureichende Qualitäten auf den Markt kommen? Dr. Ulrike Bickelmann (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) griff beim Spargeltag anlässlich der Europäischen Spargel- und Erdbeerbörse am 21. November in Karlsruhe solche Aspekte auf. Ihr Vortragsthema: "Spargelsaison 2010 - ohne Vermarktungsnorm!?". Seit dem 1. Juli 2009 gelten für Obst und Gemüse die gegenüber vorherigen Regelungen vereinfachten Vermarktungsvorgaben. Von zehn Ausnahmen mit speziellen Vermarktungsnormen abgesehen, müssen die meisten Obst- und Gemüsearten - einschließlich Spargel - demnach zwar einer allgemeinen Vermarktungsnorm entsprechen, unter anderem aber nicht mehr produktspezifischen Größensortierungen. Viel detaillierter sind die UNECE-Normen, die man statt der allgemeinen Vermarktungsnorm wählen kann. Entspricht eine Partie Spargel der UNECE-Norm, so gilt gleichzeitig die allgemeine Vermarktungsnorm als eingehalten. Generell empfahl Ulrike Bickelmann den Anbauern die Einhaltung dieser UNECE-Normen, da sie international anerkannt und die entsprechenden Handelsklassen den Verbrauchern gut bekannt sind.

In der UNECE-Norm sind nicht nur die Mindesteigenschaften des Spargels eindeutiger als bei bei der allgemeinen Vermarktungsnorm dargestellt, sondern sie enthält auch die bekannten Größensortierungen, Handelsklassen sowie Vorgaben zur Aufmachung. Bei der Klassifizierung ist es die Einteilung in die Klassen Extra, I(I), I(II), II(I) und II(II).