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Spargel und Erdbeeren: Personalmangel größtes Problem

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Wie der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) mitteilte, liegen die Ergebnisse einer im Juli durchgeführten Umfrage zur Saison 2019 vor. Insgesamt nahmen 155 Betriebe an dieser teil.

Trotz Hitze herrscht Zufriedenheit

Die Anbauer von Spargel und Erdbeeren bewerteten die Saison 2019 trotz des sehr trockenen und heißen Sommers mit einer Durchschnittsnote von 2,4. Damit herrsche laut Mitteilung Zufriedenheit innerhalb der Branche. Die Spargelanbauer waren mit einer Note von 1,9 sogar noch zufriedener, als die Produzenten von Erdbeeren, die die Saison mit 2,2 bewerteten. Bei der Qualität der Produkte waren hingegen die Erdbeeranbauer zufriedener (2,2), als die Spargelproduzenten (2,5).

Mehr sozialversicherungspflichte Saisonarbeitskräfte

Laut den Ergebnissen der Umfrage wurden verglichen mit 2018 in der diesjährigen Saison fast doppelt so viele Saisonarbeitskräfte sozialversicherungspflichtig eingestellt. Der Erntehelfermangel sei laut Pressemitteilung des Verbandes eines der größten Probleme der Branche. Lediglich 1,8 Prozent gaben an, dass sich die Situation verbessert habe. Auch dass Saisonarbeitskräfte nicht anreisten, war eines der großen Probleme. Bei 7,7 Prozent der Befragten kamen 50 Prozent und mehr der angemeldeten Arbeitskräfte nicht. Lediglich 19,6 Prozent gaben an, dass alle ihre angemeldeten Erntehelfer anreisten.  Über 16 Prozent der Arbeitskräfte brechen ihre ursprünglich vereinbarte Arbeit bereits vorzeitig ab. Dadurch konnten durchschnittlich 8,9 Prozent der Ernte aufgrund fehlender Saisonarbeitskräfte nicht eingeholt werden.

Maßnahmen angesichts des Personalmangels

Laut Mitteilung des VSSE reagieren die Spargel- und Erdbeeranbauer auf den akuten Personalmangel in verschiedener Hinsicht. Die häufigste Maßnahme sei laut Umfrage eine Flächenreduktion, welche von 74,8 Prozent der Befragten angestrebt wird. 56,8 Prozent beabsichtigen eine Intensivierung auf kleinerer Fläche und 45 Prozent wollen eine Verbesserung der ergonomischen Arbeitsbedingungen erreichen. Ebenso 45 Prozent beabsichtigen, die Ernte früher zu beenden.   

Naturschutz fördernde Maßnahmen nahezu flächendeckend durchgeführt

Über 90 % der Betriebe gaben an, dass Naturschutz fördernde Maßnahmen bei ihrem Betrieb durchgeführt werden. Vorne lag hier ganz deutlich der Blühstreifen, gefolgt von Begrünung, Nistkästen und Vogelsitzstangen war.

Reaktionen der Branche auf Erntehelfermangel, Verfrühung und Folienkritik

„Die Verfügbarkeit der Saisonarbeitskräfte ist nach wie vor eines der Hauptprobleme in der Branche. Bei den Sozialversicherungsprüfungen war positiv, dass es wenig Beanstandungen gab. Überrascht war ich über den hohen Anteil an Anbauern, die Naturschutz fördernde Maßnahmen durchführen“, erklärt Simon Schumacher, VSSE-Vorstandssprecher und Vertreter des Netzwerks der Spargel- und Beerenverbände nach Bekanntgabe der Umfrageergebnisse.