Alle News

Spargelfolien für eine ressourcenschonendere Produktion

, erstellt von

Immer mehr Verbraucher erkundigen sich nach ressourcenschonenden Produktionsverfahren. Auch der Wasserverbrauch in der Gemüseproduktion kann auf umweltschonende und ressourcenschonende Lösungen zurückgreifen. Dabei tragen im Spargelbau eingesetzte Folien zu einem deutlich reduzierteren Wasserverbrauch bei.

Mit der Verwendung von Folien im Spargelanbau lässt sich der Wasserverbrauch deutlich reduzieren. Foto: GMH/VSSE

Spargelfolie als Vorteil für Produzenten

Trotz möglicher Bedenken sind die Plastikbahnen auf den Spargelfeldern gut für die Umwelt. So überwiegen die Vorteile für Produzenten nicht nur hinsichtlich des geringeren Wasserverbrauchs. Mithilfe der Folien ist eine Steuerung der Temperatur im Spargeldamm möglich. Hierfür werden in der Regel einige Wochen vor Erntebeginn die durchsichtigen Folien über die Erdwälle gespannt, um für eine schnellere Erwärmung des Bodens durch den hieraus resultierenden Treibhauseffekt zu sorgen. Während tagsüber der Boden erwärmt wird, kann damit eine nächtliche Abkühlung abgemildert werden.

Durch den Einsatz von Spargelfolien lässt sich gezielt dem Verdunsten der Feuchtigkeit durch die Abdeckung entgegenwirken sowie anhand von unterschiedlichen Folien die Qualität und der Erntezeitpunkt der Spargelstangen steuern. Zur Steuerung der Spargelernte kommen schwarz-weiße Folien zum Einsatz, da die Farbe einen Einfluss auf das Wachstum des Spargels hat.

Eine dunkle Schutzhülle lässt die Temperatur im Boden steigen, der Spargel wächst schneller und die Erntemenge nimmt zu. Dagegen reflektiert die helle Folie die Sonne und sorgt dafür, dass der Boden nicht zu schnell aufheizt und die Stangen langsamer wachsen. Ein Überangebot an heißen Tagen wird somit verhindert.

Geringerer Wasserverbrauch und weniger Importe

Die Folien tragen in zweierlei Hinsicht zum Wasserschutz bei. So verhindert die Abdeckung eine Verdunstung auf den Feldern und durch den früheren Beginn der heimischen Ernte muss weniger Spargel aus wasserarmen Regionen Südeuropas und Südamerikas importiert werden. Pro ein Kilo Spargel wird beispielsweise in Peru rund 40 Prozent mehr Wasser für die Produktion benötigt als in Deutschland. Auch die CO2-Bilanz des heimischen Spargels fällt insgesamt positiver als die der Importware aus, da die Transportwege der regionalen Produzenten bis in die Haushalte kürzer sind.

Da die Folien kein Licht an die Spitzen lassen, verfärbt sich der Spargel nicht. Er verholzt weniger, hat eine gleichmäßigere Dicke und ist seltener bitter im Geschmack. Die Abdeckung wirkt außerdem dem Bodenabtrag durch Wind entgegen sowie einem unkontrollierten Wachstum von Wild- und Unkräutern, wodurch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln während der Produktion erheblich reduziert wird.

Die Ernte braucht so täglich nur noch einmal statt zweimal eingeplant zu werden. Dadurch werden die Lohnkosten gesenkt und der Preis für die Verbraucher fällt. Ein weiterer Vorteil: bei angenehm feuchten Dämmen sind die Stangen leichter von Hand zu stechen. Zu beachten ist, dass eine abschließende Entsorgung der Spargelfolien nicht über Mülldeponien erfolgt, sondern über eine thermische Verwertung oder sie mittels Recycling zu beispielsweise Parkbänken oder Mülltüten verarbeitet werden.