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Spargelsaison 2008 hat begonnen

Für Genießer und die, die es werden wollen, steht Spargel in den kommenden Tagen und Wochen ganz oben auf dem Speiseplan, denn die bundesweite Ernte hat begonnen. Spargel, die mit Abstand wichtigste Gemüsekultur in Deutschland, wird auf rund 22.000 Hektar angebaut. Aufgrund der hervorragenden Standorte sind die Anbauflächen in den letzten Jahren weiter gestiegen. Die Verkaufserlöse 2007 beliefen sich auf etwa 300 Millionen Euro. Besonders der Ab-Hof-Verkauf mit kurzen Wegen vom Acker bis zum Küchentisch garantiert Frische und Qualität. Gerade die Deutschen bevorzugen den Ab-Hof-Verkauf, Wochenmarkt und Einzelhandel, wenn es um hochwertige Produkte wie Spargel geht. Deshalb spielen Discounter hier eine eher untergeordnete Rolle. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, wobei das Angebot entscheidend vom Witterungsverlauf abhängig ist. "Aufgrund unserer sehr guten Böden und der kurzen Vermarktungswege schmeckt heimischer Spargel ausgesprochen aromatisch und hat eine hervorragende Qualität", betonte Jochen Winkhoff, Geschäftsführer der Fachgruppe Gemüsebau im Bundesausschuss für Obst und Gemüse (BOG), anlässlich einer Pressekonferenz zum Beginn der Spargelsaison am Mittwoch, 9. April, in Berlin. Gemeinschaftlich informierten die Fachgruppe Gemüsebau im Bundesausschuss Obst und Gemüse, der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE), die Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) sowie die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) über die Besonderheiten des Spargelanbaus. So wurde unter anderem verdeutlicht, dass trotz des verstärkten Einsatzes technischer Hilfen die Spargelernte ohne ausreichend zur Verfügung stehende und motivierte Saisonarbeitskräfte gar nicht möglich ist. Die Beschäftigung von Saisonarbeitskräften bedeutet aber nach wie vor einen hohen bürokratischen Aufwand und ist zeit- und kostenintensiv. Die sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften sind kaum zu verstehen. Dazu kommt, dass viele polnische Saisonarbeitskräfte mittlerweile in anderen EU-Mitgliedsstaaten arbeiten, weil sie dort länger als vier Monate tätig sein dürfen und die bürokratischen Hürden niedrig sind. Die rasant gestiegene Gemüseanbaufläche in Deutschland in den letzten Jahren, insbesondere der Spargelanbau, ist auch darin begründet, dass ausreichend Saisonarbeitskräfte zur Verfügung standen. Im vor- und nachgelagerten Bereich sind dadurch viele zusätzliche Arbeitsplätze für deutsche Arbeitnehmer entstanden. Sie sind dann gefährdet, wenn die Saisonarbeitskräfteregelung nicht dauerhaft befriedigend gelöst wird. Die Fachgruppe Gemüsebau im BOG fordert deshalb die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit für polnische Arbeitskräfte schon ab Mai 2009. Gleichzeitig bedarf es neuer Abkommen mit Drittstaaten, zum Beispiel Ukraine, Weißrussland, um ausreichend Saisonarbeitskräfte für die Ernte in Deutschland bereitzustellen, forderten die Bundesfachgruppe Gemüsebau und der VSSE.