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Tarifgespräche in Thüringen vorbereitet

Zu ersten Sondierungsgesprächen trafen sich die Industriegewerkschaft Bauen–Agrar– Umwelt (IG BAU) und der Landesverband Gartenbau Thüringen am 29. April 2013. In dem Gespräch forderte die Gewerkschaft von der Arbeitgeberseite, „nicht zu rechtfertigenden Niedriglöhnen“ ein Ende zu bereiten. Gegenwärtig werden in Thüringen Stundenlöhne von 6,48 Euro in der untersten Lohngruppe und 7,70 Euro für Gärtner nach abgeschlossener Berufsausbildung gezahlt.

Eine Lohnkluft zu westlichen Tarifgebieten im Gartenbau von 3,40 Euro im Ecklohn und 6,30 Euro in der ersten Lohngruppe gelte es nach 23 Jahren deutscher Einheit abzubauen, so die IG BAU. Für die thüringischen Arbeitgeber ist die Forderung der Gewerkschaft gleichwohl eine Herausforderung, denn mit einer Lohnniveauangleichung ginge eine Erhöhung von 30 Prozent im Mindestlohnbereich einher. In den höheren Entgeltgruppen müssten Arbeitgeber im Gartenbau bis 60 Prozent mehr Lohn zahlen.

Nach eigenen Angaben hat die IG BAU-Tarifkommission daher dem Arbeitgeberverbund vorgeschlagen, eine stufenweise Angleichung der Löhne aller Entgeltgruppen unter 8,50 Euro vorzunehmen, um wenigstens den aktuell diskutierten, gesetzlichen Mindestlohnsatz für die Beschäftigten im thüringischen Gartenbau zu erreichen.

Der Landesverband Gartenbau Thüringen will den Vorschlag der Gewerkschaft nun auf breiterer Basis diskutieren. Vorgesehen sei, dieses Thema auf der Mitgliederversammlung Anfang Juli in den Fokus zu rücken. Auf Nachfrage der TASPO hieß es dazu, dass gegenwärtig noch kein konkreter Zeitplan für einen neuen Tarifabschluss vorliege, vielmehr wolle man „sich die Zeit lassen, die benötigt werde“. (ts/ks)