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Spezialbetrieb testet Eindeckungen: Nahezu Freilandbedingungen auch unter Glas möglich

In Bickenbach betreibt Helmut Trübenbach einen Spezialbetrieb für GemüseJungpflanzen, Kräuter und Zierpflanzen. Seit 1979 hat er stetig ausgebaut zu einer heutigen Größe von mehr als 7,5 Hektar unter Glas und einem sehr hohen Technisierungsgrad.

Er vermarktet an landwirtschaftliche oder gartenbauliche Gemüsebaubetriebe oder auf Großhandelsebene vorwiegend im südhessischen Raum und in die Schweiz, auch in benachbarte Gebiete Deutschlands. Die Produktpalette ist vielfältig, mit allerlei Salat- und Kohlarten, vielen weiteren Gemüsearten, über 60 verschiedenen Kräutern, Sommer-Schnittblumen, Violen und einigen weiteren Zierpflanzen. Trübenbach hat in jüngster Vergangenheit seine Neubauten, rund 10000 Quadratmeter Gewächshäuser, mit verschiedenen modernen Eindeckungsmaterialien versehen, unter wissenschaftlicher Begleitung: F-Cleanfolie, Solarglas und reflexarmes Glas. Ein Schritt in die richtige Richtung, urteilt er, um eine größtmögliche Lichtausbeute zu erzielen und die höchsten Qualitätsstandards für die Jungpflanzen zu erhalten. Sein Ziel war immer, in den Gewächshäusern nahezu Freilandbedingungen zu erhalten. Denn aufgrund der hohen Arbeitsbelastung und der hohen Transportkosten ist es heutzutage nicht mehr möglich, die Jungpflanzen zum Abhärten aus den Häusern ins Freiland zu bringen oder womöglich wieder reinzuholen. Mit den neueren Generationen an Gewächshäusern, Stehwandhöhen und Belüftung ist dies möglich geworden, die Pflanzen erhalten trotzdem in den Häusern die notwendige Abhärtung, sagt er. Das bedeutet auch eine gewaltige Ersparnis, da er 150 Millionen Pflanzen im Jahr produziert. Weitere neue Häuser sind noch für dieses Jahr in Planung. Seiner vorläufigen Einschätzung nach kommt er mit seinen Ansprüchen und den Anforderungen der Kultur mit einem Weißglas, dem Solarglas ganz gut zurecht. Auf eine Antireflex-Beschichtung kann Trübenbach verzichten. Und bei der F-Clean liegen ihm bezüglich der Haltbarkeit doch noch recht wenige Erfahrungen vor. Natürlich hält er vor allem auch die Kosten im Blick. So plant er den nächsten Bauabschnitt mit einer Eindeckung aus eisenarmem Weißglas. Denn die Unterschiede in der Lichtausbeute und der UV-B Einstrahlung sind ihm zu gering, wenn er die höheren Kosten betrachtet. Er betont, dass seine Entscheidung für seine Kulturen gilt, für andere Kulturen, beispielsweise Orchideen, kann eine andere Bedachung sinnvoller sein. Zu beachten ist auch, dass weitere Faktoren für die Wahl entscheidend sind, nämlich Stehwandhöhe, Dachlüftung und Seitenlüftung müssen optimal sein.