Starke Leistung, leichte Wartung: Häcksler im Praxistest

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Maschinen im GaLaBau und der Baumpflege müssen einiges einstecken können. Der Arbeitsalltag ist rau, die Anforderungen hoch, und bei jedem Wetter müssen die Geräte klaglos mitspielen. Hilfreich ist deshalb vor dem Kauf ein Test – am besten im normalen Betriebsablauf über mehrere Tage. Der Häcksler Först ST-8 stellte seine Qualitäten beim Unternehmen Grüner Zweig unter Beweis.

Neue Maschinen und Geräte vor dem Kauf genau unter die Lupe nehmen

Julian Wendt muss man erst einmal überzeugen. Er ist beim Unternehmen Grüner Zweig, einem Baumfachbetrieb aus Tecklenburg in Nordrhein-Westfalen, für den Maschinenpark verantwortlich. Über die Jahre hat er sich ein fundiertes Wissen über viele verschiedene Maschinentypen angeeignet. Und was der Markt nicht hergibt, das wird selber in Auftrag gegeben: Teilweise lässt er seine eigenen Ideen an Maschinen umsetzen, um das beste Ergebnis für die Mitarbeiter herauszuholen.

Wer viel mit Maschinen umgeht, der weiß, wo die „Knackpunkte“ in der Konstruktion liegen – seien es schwer erreichbare Schmiernippel, fehleranfällige Kabelleitungen oder konstruktive Mängel, die die tägliche Arbeit erschweren. Vor dem Kauf neuer Maschinen und Geräte werden die möglichen Kandidaten deshalb genau unter die Lupe genommen, um sich spätere Enttäuschungen möglichst zu ersparen – so auch vor dem Kauf eines neuen Häckslers. Auf den Betriebshof kam mit dem Först ST-8 ein Häcksler auf einem vollgebremsten Fahrgestell. TASPO GARTEN-DESIGN hatte die Möglichkeit, die Testphase bei Grüner Zweig redaktionell zu begleiten.

Hält der Häcksler in der Praxis, was die Beschreibung verspricht?

Der Först ST-8 ist mit 45 PS für Stammholz bis zu 200 Millimetern ausgelegt. Damit passt er zumindest auf dem Papier auf die Anforderungen des Unternehmens, das in dieser Leistungsklasse einen Ersatz für einen Hacker eines anderen Fabrikats plante. Ob der Häcksler in der Praxis auch hält, was die Beschreibung versprach, sollte in einem Betriebstest geprüft werden, für den Grüner Zweig den Först ST-8 eine Woche zur Verfügung gestellt bekam. Bevor es losgehen konnte, zeigte Daniel Robertson, Geschäftsführer bei Först, in einer ausführlichen Einweisung die Besonderheiten des ST-8 auf.

Besondere Anforderungen stellt Julian Wendt an den Auswurf der Maschine, wie er erklärt: „Wir suchen eine Maschine, die das Häckselgut weit auswirft und nichts auf dem Kotflügel der Maschine liegenlässt. Die Maschine soll auch mit Häckselgut wie Thuja oder Wacholder klarkommen. Hier gibt es erfahrungsgemäß immer Schwierigkeiten beim Auswurf.“ Dieser Test wurde schon auf dem Betriebshof durchgeführt und war erfolgreich: Die Maschine zeigte einen sehr guten Auswurf.

Insgesamt musste der ST-8 über eine Woche beweisen, was in ihm steckt. Gut gefiel das spezielle Förstgrip Einzugswalzensystem und der sehr kraftvolle Motor, der auch noch Leistungsreserven hat. Entsprechend kräftig ist der Einzug. Und verklemmt sich einmal ein Stamm, lässt sich die Walze gut durch den Hubhebel anheben und die Störung ohne großen Aufwand beheben.

Die Bedienelemente der Steuerung sind intuitiv und die Anordnung aller Bedienelemente auf der rechten Seite bringt zudem noch Sicherheit bei Arbeitseinsätzen an der Straße. Der Tankstutzen ist leicht zugängig und der transparente Tank macht eine Anzeige unnötig. In Sachen Wartung gefallen die allgemein gute Zugängigkeit, das zentrale Schmiersystem, die Messerpreise und ein Luftfiltergehäuse aus Metall.

Först weiß Rückmeldungen aus der Praxis zu schätzen

Aber es gibt auch Punkte, bei denen sich Julian Wendt Verbesserungen wünscht: so etwa das Display und das Zündschloss, die beide keinen Wetterschutz haben. Auch bemängelte er, dass einige Fettleitungen Reibespuren aufwiesen und die Elektrik teilweise offen verbaut ist. Jörg Liebhold, Betriebsleiter bei Först, ist für solche Rückmeldungen aus der Praxis dankbar – geben sie doch wichtige Hinweise, wo noch Verbesserungen möglich sind. Die Reibstellen an den Fettleitungen führt er auf die Montage der Maschine im Werk zurück. Da jede Maschine individuell von Hand gefertigt werde, könne es hier zu Abweichungen in der Führung einer Leitung kommen. Und die teilweise offene Elektrik sei der Tatsache geschuldet, dass kein zentraler Kabelbaum verbaut werde.

Keine Befürchtungen hat er bei Display und Zündschloss: Das Display weise einen kleinen Überstand auf, zudem entspreche es der IP-65 Schutzklasse. Bislang habe es auch noch keine Probleme mit einer Display-Einheit auf Grund von Witterungseinflüssen gegeben. Auch bei dem Zündschloss, das aus dem Automobilbereich stammt, sehe man nur einen geringen Handlungsbedarf.

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