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Start der Bundeswaldinventur 2022

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In ganz Deutschland beginnt im Frühjahr 2021 die Bundeswaldinventur (BWI 2022), die bis Ende 2022 abgeschlossen sein soll. An 80.000 Probepunkten im Bundesgebiet werden dabei Messungen vorgenommen. Diese Erhebung ist alle zehn Jahre gesetzlich vorgeschrieben.

Ein Inventurtrupp wird im Wald für die BWI 2022 geschult. Foto: Heino Polley/ Thünen-Institut

Datenerhebung an 80.000 Probepunkten

Nach mehrjähriger Vorbereitung beginnen im Frühjahr 2021 die Feldaufnahmen zur vierten Bundeswaldinventur (BWI 2022), die von Bund und Ländern gemeinsam durchgeführt und vom Thünen-Institut für Waldökosysteme im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) koordiniert und ausgewertet wird. Dafür wurden und werden vor Beginn der Arbeiten im März und April etwa 100 Inventurtrupps in einwöchigen Kursen geschult. Wegen der großen zu erfassenden Waldfläche werde die BWI 2022 mit einem Stichprobenverfahren erfasst, dessen Punkte sich in einem systematischen bundesweiten Netz verteilen. Bei den Feldaufnahmen werden bis zum Jahresende 2022 an etwa 80.000 Probepunkten Bäume und Totholz vermessen, Baumarten und Waldstrukturen erfasst, Probenmaterial für genetische Analysen gesammelt und viele weitere Daten mit Hilfe von elektronischen Baumhöhen- und Entfernungsmessern, Durchmesser-Bandmaßen, Satellitennavigations-Geräten sowie Feldcomputern erhoben. Die erhobenen Daten werden schließlich in eine speziell entwickelte Datenerfassungssoftware eingepflegt, wo sie geprüft und regelmäßig mit dem zentralen Datenserver im Thünen-Institut synchronisiert werden.

Erstmals wird genetische Vielfalt der Bäume analysiert

Die erhobenen Daten bilden schließlich die Grundlage zur Errechnung der Waldfläche in Deutschland, die Eigentumsverhältnisse, sowie die Zusammensetzung der Baumarten. Außerdem werden Altersstruktur sowie Holzvorrat und Kohlenstoffspeicherung errechnet und wie viel Holz genutzt wurde und nachgewachsen ist. Des Weiteren wird auch ersichtlich sein, wie strukturreich und naturnah die deutschen Wälder sind. Unter Leitung des Thünen-Instituts für Forstgenetik soll außerdem erstmals die genetische Vielfalt der Bäume analysiert werden. Ergänzt werden sollen die Daten mit Fernerkundungsdaten, wodurch die räumliche Auflösung der Ergebnisse verbessert werden soll.

Spuren von Dürre ergründen

Mit den Ergebnissen sei allerdings erst im Jahr 2024 zu rechnen. Diese sollen Aufschluss darüber geben, welche Spuren die Dürreperioden der vergangenen Jahre und die Massenvermehrung von Borkenkäfern bundesweit hinterlassen haben. Mit diesen vielfältigen Informationen wolle man durch die Bundeswaldinventur eine wichtige Grundlage für forst-, wirtschafts- und umweltpolitische Entscheidungen schaffen.

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