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Steckholzvermehrung: Biofolieneinsatz hat sich bewährt

Nach sechsjährigen Versuchen, davon die meisten in Praxisbetrieben wird das Projekt der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein zum Einsatz biologisch abbaubarer Folien in der Steckholzvermehrung in diesem Jahr beendet. Juliane Braun fasste die Erkenntnisse zusammen. Danach ist zum Zweck der Unkrautunterdrückung die 0,18 Millimeter starke Mater-Bi-Folie aus Maisstärke wegen ihrer längeren Haltbarkeit von acht bis neun Monaten der dünneren Biofolie vorzuziehen. Der Arbeitsaufwand beim Stecken der Hölzer durch die Folie ist höher als beim Stecken in den freien Boden. Die Bodenvorbereitung besteht aus dem Feinfräsen, der Grunddüngung (bis zu 30 Kilogramm Stickstoff je Hektar) mit umhüllten Depot-Düngern und einer ausreichenden Befeuchtung. Die Folie kann dann mit einem Folienlegegerät ausgebracht werden. Wichtig: Folienbreiten von 150 Zentimetern und eine gute Spannung (Flattergefahr bei Wind!).

Die kleinen Löcher reichen aus, um das Steckholz mit ausreichend Wasser über Niederschlag oder Bewässerung versorgen zu können. Möglich wäre im Bedarfsfall auch eine Nachdüngung über Flüssigdüngern, alles andere wäre schwierig. Für die Pflanzenentwicklung ist das durch die Folienabdeckung geschaffene Mikroklima förderlich. Braun berichtete von erhöhten Pflanzenfrischgewichten von zehn bis 20 Prozent im vergleich zur folienfreien Kultur. Besonders für biegsame, weichere Steckhölzer hat sich eine vorbereitende Folienlochung (Nagelwalze) als günstig erwiesen. Das geht schneller und unterstützt das gerade Stecken in der Reihe, was wieder Voraussetzung für den Einsatz von Reihenrodern ist. Ansatzpunkt für diese Kulturmethode ist die Unverträglichkeit einiger Gehölzarten gegenüber Herbiziden. Die trotz der Folienabdeckung an den Stecklöchern wachsenden, kleinen Unkräuter werden in ein bis drei Putzdurchgängen manuell entfernt. Der Arbeitsaufwand ist nicht sehr hoch. Nach dem Roden der Pflanzen müssen die auf dem Feld verbliebenen Folienreste in den Boden eingearbeitet werden, damit sie abgebaut werden können, was nach jüngsten Erfahrungen aber nicht immer ganz problemlos klappt. An den gerodeten Pflanzen anhaftende Folienstücke werden beim Sortieren entfernt.