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Steigende Kosten: Konsequenzen für die Grüne Branche

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Immer deutlicher zeigt sich, dass die Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie die Preise auf breiter Front ordentlich durcheinanderwirbeln. Dass der Kostenauftrieb fast alle Branchen, so auch die Grüne Branche, erfasst, liegt auf der Hand. Unternehmen werden diese Entwicklung, sollte sie über längere Zeit andauern, nicht ohne Preisanpassung hinnehmen können.

Unbedingt gut kalkulieren: Die derzeitigen recht hohen Kostensteigerungen müssen auf die Handelspreise umgelegt werden, bevor existenzbedrohende Einbußen drohen. Foto: Norbert Elgner

Verteuerungen auf Produktionsebene bereits spürbar

Nach eigenen Erhebungen machen sich auf Produktionsebene schon jetzt die Verteuerungen von Kunststofftöpfen, Folien und Trays (etwa plus sechs bis sieben Prozent) und Düngemitteln (etwa plus sechs Prozent) bemerkbar. Noch relativ moderat fallen sie bei Substraten und Jungpflanzen (etwa plus fünf Prozent) aus. Allein durch die CO2-Bepreisung steigen Diesel und Heizöl um rund acht Cent je Liter, Benzin um sieben Cent je Liter. In der Poinsettien-Kultur erhöht die CO2-Bepreisung die Stückkosten um 3,0 bis 3,5 Prozent.

Mit adäquaten Preisanpassungen gegensteuern

Summa summarum kommen schnell Kostensteigerungen von sechs bis sieben Prozent zustande, die an den Handel weitergegeben werden müssen. Dieser wiederum muss seinerseits die Kostensteigerungen im Warenzukauf zuzüglich jener, die sich aus den betriebsspezifischen Handlungskosten ergeben, in seine Verkaufspreise einrechnen. Aus Wareneinsatz zuzüglich Handlungskosten resultiert der Sachaufwand des Betriebs. Steigt dieser um die unterstellten sieben Prozent, so führt dies schnell zu existenzbedrohenden Auswirkungen, falls nicht mit adäquaten Preisanpassungen gegengesteuert wird.

Wie sage ich es meinen Kunden?

Prinzipiell ist das derzeitige Klima für Preisanpassungen günstig. Nahezu in allen Wirtschaftsbereichen einschließlich der Konsumgüterindustrie ziehen die Preise nach der Pandemie an. Da Preiserhöhungen zumindest anfänglich immer auch mit Rückgängen im Mengenumsatz verbunden sind, sollten Händler Preisanpassungen für ihre Kunden so bekömmlich wie möglich gestalten. Dabei sind einige wichtige preispsychologische Regeln zu beachten. Dazu gehört:

  • Wohlfühlatmosphäre zu schaffen
  • Produkte müssen Geschichten erzählen
  • raus aus der Vergleichbarkeit
  • die Verpackung macht‘s
  • Nomen est omen (Produktbezeichnung)
  • das Drei-Klassen-Phänomen mit Lenkungswirkung

Bei Letzterem geht es um das gezielte, psychologisch wirksame Führen des Kunden, weg von Einstiegspreisen, hin zu gehobenen Genres. Dabei bleibt dem Kunden jedoch immer die Option, frei zu entscheiden. In der Praxis erfordert das Instrument die Gliederung der Ware etwa in die Kategorien „Basic“ als Einstieg, „Classic“ im mittleren und „Premium“ im gehobenen Genre. Die Gliederung lässt sich sowohl mit Pflanzenarten, mit Arrangements, aber auch mit diversen Hartwaren vornehmen.

► Mehr zum Thema Kostenauftrieb sowie Beispiele von Preisanpassungen wichtiger Beet- und Balkonpflanzen als Folge der aktuellen, überwiegend pandemiebedingten Kostensteigerung im Facheinzelhandel finden Sie in der TASPO 27/2021.

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