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Steuer auf Ladenmiete – Einzelhandel in Bedrängnis

Köln/Karlsruhe. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) fordert von der Bundesregierung eine Korrektur der Besteuerung der Ausgaben für Mieten und Pachten, wie sie die Unternehmenssteuerreform, die erstmals 2009 zum Tragen kommt, vorsieht. Die dadurch deutlich erhöhte Gewerbesteuerbelastung im Einzelhandel verschärfe die Krise besonders für mittelständische Fachhandelsunternehmen mit mehreren Filialen und führe bei konjunkturbedingt rückläufigen Gewinnen nicht selten zu einer existenzbedrohenden Substanzbesteuerung. Mieten und Pachten seien kein Gewinn, sondern Kosten, argumentiert der HDE. Laut Stefan Lange, Unternehmensberater in Köln, sind von der Neuregelung prinzipiell auch Gartencenter betroffen. In einer Stellungnahme des Verbandes Deutscher Gartencenter (VDG) führt er aus, dass durch die Geschäftsflächengröße der Freibetrag von 100.000 Euro schnell überschritten werde. „Da sich viele Fachgartencenter in Räumen oder Gebäuden befinden, die in eine Betriebsgesellschaft ausgelagert sind, ist die Besteuerung der Pacht- und Mietkosten faktisch ein internes, betriebswirtschaftlich wie steuerlich zu optimierendes Problem.“ So sei zu prüfen, ob durch eine Anpassung der Miethöhe und der Mietart (Leasing-Mietkauf) die Steuerlast minimiert werden kann.

Wie bedeutsam die Neuregelung für Gartencenter ist, hängt auch mit der gewählten Rechtsform zusammen: Die als Einzelunternehmen und Personengesellschaften geführten Betriebe können Lange zufolge durch eine erhöhte Anrechnung der Gewerbesteuer auf ihre Einkommenssteuerschuld sogar entlastet werden. „Bei der GmbH ist hingegen keine Entlastung gegeben, weshalb zu prüfen ist, ob nicht eine Änderung der Rechtsform in eine Personengesellschaft (GmbH & Co. KG) vorteilhafter ist.“ Uwe Roth vom Steuerbüro Burkart Völlinger & Partner (Karlsruhe) geht davon aus, dass nur Standorte mit Mietzahlungen im sechsstelligen Bereich von der neuen Ladenmieten-Besteuerung spürbar betroffen sind. Er warnte allerdings davor, vorschnell die Rechtsform zu ändern. Damit seien „weitläufige Konsequenzen“ rechtlicher und steuerlicher Natur verbunden, die im Einzelfall mit einem Berater besprochen werden sollten, rät der Steuerberater.