Alle News

Steuerfreie Rücklagen für den Gartenbau gefordert

Berlin. 1.600 Aussteller, erwartete über 400.000 Besucher, acht Kilometer Wegstrecke durch die Messehallen unter dem Berliner Funkturm. So lauten die Rahmendaten der Internationalen Grünen Woche, die in diesem Jahr noch bis zum 25. Januar ihre Tore für Verbraucher und Fachleute der grünen Branche geöffnet haben wird. Um eine solche publikumswirksame Veranstaltung ranken sich naturgemäß Auftritte von politischer und fachlicher Prominenz.

So beschrieb die neue Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner in ihrer Eröffnungsrede das neue Ressortkonzept "Nachhaltigkeit konkret" aus dem Hause des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit insgesamt zehn Handlungsfeldern. Drei davon sind:

1. Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe. In diesem Feld will das Ministerium ein Aktionsprogramm vorlegen.

2. Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und ländlichen Räume stärken. Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe sollen Investitions- und Marktstrukturmaßnahmen landwirtschaftlicher Betriebe gefördert werden.

3. Gesunde Ernährung und Sicherung der Welternährung.

Hieraus lässt sich ein wenig ihre Ausrichtung ablesen.

Auch der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, nutzte die Messe, seinen Forderungen Gehör zu verschaffen:

1. Die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung war seiner Meinung nach richtig, aber nun sei die Zeit reif für eine Senkung der Besteuerung des Agrardiesels.

2. Anders als jene, "die Milliarden verzockt haben und jetzt beim Staat nach Milliardenhilfen rufen, haften wir Bauern mit unserem privaten Eigentum", sagte Sonnleitner. Umso mehr fordere er, dass auch Landwirte und Gärtner - auch wenn er letztere nicht ausdrücklich benannte - steuerfreie Rücklagen bilden können, um die Markt- und Preisrisiken besser abzupuffern. Eine Forderung, die auch der Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), Heinz Herker, am Morgen während der ZVG-Präsidiumssitzung erhoben hatte. Während der Eröffnungsveranstaltung waren die Gärtner allerdings nur als Zuhörer vertreten.

Ein weiterer hochkarätiger Gast auf der Internationalen Grünen Woche war die EU-Kommissarin für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Mariann Fischer Boel. Sie begrüßte, dass in der europäischen Landwirtschaft nicht spekuliert werde, "hier wird produziert!". Sie wisse, dass das Reformprogramm der Gemeinsamen Agrarpolitik ganz erhebliche Schwierigkeiten verursacht habe und sage deshalb zu, dass es keine weitere Agrarreform oder Health Check (Überprüfung der Agrarreform, die zu einer Kürzung der Direktzahlungen über die Modulation führte) bis 2013 mehr geben werde. All diese Beschlüsse betreffen nur jene gartenbaulichen Betriebe, die sich dem System der Betriebsprämien zum Beispiel bei Obst und Gemüse angeschlossen haben, dadurch Direktzahlungen erhalten und in die Gemeinsame Agrarpolitik einbezogen sind.