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Streit um Kochsalzvergleich jetzt beigelegt: Pflanzenschutzmittel sind nicht mit Kochsalz vergleichbar

Das Landgericht Hamburg hat dem Industrieverband Agrar (IVA) untersagt zu behaupten, dass nach den Maßstäben von Greenpeace Kochsalz verboten werden müsste, weil es in hoher Dosierung tödlich wirken kann. Das Gericht entsprach damit einem Antrag der Umweltorganisation, berichtet der IVA. Mit dem plakativen Vergleich hatte der Verband das Vorgehen von Greenpeace bei der Beurteilung von Pflanzenschutzwirkstoffen in der Publikation "The Dirty Portfolios of the Pesticides Industry" kritisiert. Hintergrund ist, dass die Umweltorganisation im Juni eine Studie vorgestellt hatte, nach der fast die Hälfte der von den fünf größten Agrochemiekonzernen vermarkteten Pestizide besonders schädlich für Mensch und Umwelt sein sollen. Der IVA akzeptiert die einstweilige Verfügung und hat die Pressemitteilung mit dem Kochsalzvergleich von seiner Homepage entfernt. "In der sachlichen Auseinandersetzung kommt es nicht auf dieses Einzelbeispiel an", erklärt dazu der Hauptgeschäftsführer des IVA, Volker Koch-Achelpöhler. "Wir kritisieren ganz allgemein die Willkür, mit der Greenpeace Wirkstoffe nach eigenem Strickmuster bewertet." Viele Substanzen würden von der Umweltorganisation als gefährlich gebrandmarkt, die in der Praxis sicher eingesetzt werden, stellt dagegen der IVA fest. "Alle in Europa verwendeten Pflanzenschutzmittel werden in einem der strengsten Zulassungsverfahren der Welt von unabhängigen Behörden geprüft. Erst dann dürfen sie auf den Markt gebracht werden", erläutert der Verbandschef.