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Stresstolerante Robinien: Fortschritte bei Züchtung

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Für die in Deutschland bislang kaum züchterisch bearbeitete Robinie selektieren Forscher in drei Projekten Genotypen, mit denen sich die Züchtung besonders trockentoleranter Robinien beschleunigen lässt.

Wie unterschiedlich gut Robinien mit Trockenstress zurechtkommen, ist auch genetisch gesteuert – hier vierjährige Robinien im Dürresommer 2018. Foto: FNR/N. Paul

Trockentolerante Baumarten zunehmend wichtig

In diesem Zusammenhang erinnert die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) als Projektträger an den diesjährigen Sommer, der nachdrücklich gezeigt hat: Trockentolerante Baumarten sind für Forstwirtschaft und Energieholzproduktion zunehmend wichtig. Die Robinie könnte unter diesem Aspekt erheblich an Bedeutung gewinnen, zudem wächst sie auch auf Böden minderer Qualität mit beachtlichen Erträgen und sehr guter Holzqualität.

Geeignete Biomarker, um die Toleranz gegenüber Trockenheit, Nährstoffveränderungen im Boden und Spätfrost bereits bei einjährigen Robinien vorhersagen zu können, identifizierten Forscher im Projektverbund FastWOOD III1 (FastWOOD I bis III sind drei vom BMEL geförderte Verbundvorhaben zur Züchtung schnell wachsender Baumarten).

Unangenehme Überraschungen vermeiden

Die Wissenschaftler des Forschungsinstituts für Bergbaufolgelandschaften (FIB) und des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE) bestimmten die Ausprägung dieser Indikatoren bei sechs am Markt verfügbaren, besonders wuchskräftigen Robinien-Klonen sowie bei Wurzelstecklingen aus FastWOOD-Modellflächen in Brandenburg, die noch nicht auf dem Markt erhältlich sind. Mittels Anbauversuchen überprüften sie die Aussagekraft der Biomarker-Muster unter anderem bei Trockenheit.

Die Methode könnte laut FNR die Züchtung neuer Linien erheblich abkürzen. „Unangenehme Überraschungen, wie etwa das Versagen eines besonders wuchskräftigen, hochselektierten Klons im praktischen Anbau aufgrund einer geringen Stresstoleranz, lassen sich so vermeiden“, erklärt Projektleiter Dr. Dirk Knoche vom FIB.

Thünen-Institut sichtet ebenfalls Robinien

Auch das Institut für Forstgenetik des Thünen-Instituts sichtete Robinien-Züchtungskandidaten unter dem Aspekt der Trockentoleranz. Dazu setzten die Forscher Genotypen aus neun Ländern systematischem Trockenstress aus und erfassten im Anschluss den Zuwachs der Pflanzen. Zusätzlich ermittelten sie verschiedene Biomarker, wie den Kohlenhydrat-, Stärke-, Phenol- und Wassergehalt.

Trotz ähnlicher Erträge wiesen sie alle sehr unterschiedliche Muster bezüglich ihrer Biomarker-Ausprägungen auf: „Jeder scheint eine andere Anpassungsstrategie zu verfolgen“, so Projektleiter Dr. Georg von Wühlisch. Anders als in den Projekten von FIB und Landesforst Brandenburg sind die hier genutzten Biomarker also nicht geeignet, generalisierbare Aussagen zur Trockentoleranz von Robinien zu machen.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der TASPO 39/2018, die am 28. September erscheint.