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Studie: Begrünte Fassaden helfen gegen Hitze

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Grüne Fassaden bringen in Städten messbare Vorteile. Sie regulieren das Hausklima positiv, absorbieren gesundheitsschädliche Stickoxide und filtern Feinstaubpartikel, wie Forscher jetzt nachgewiesen haben.

Begrünte Fassaden: im Sommer kühlend, im Winter wärmeisolierend. Foto: Pixabay

Begrünte Fassaden nachhaltig kühlend

Das Team aus Wissenschaftlern der Universität zu Köln und des Forschungszentrums Jülich hatte die Tagestemperatur-Verläufe von Efeu-begrünten Fassaden im Vergleich zu klassischen, verputzten Hausfassaden sowie die fassadennahe Luftfeuchte über mehrere Wochen aufgezeichnet.

Dabei zeigte sich, dass Efeu – wie auch andere (Kletter-)Pflanzen – im Sommer nachhaltig kühlend, im Winter wärmeisolierend auf die Fassaden wirkt: Es gab keine starken Temperaturunterschiede wie bei den unbegrünten Hausfassaden. So zeigte die grüne bewachsene Fassade im Sommer im unteren Temperaturbereich Schwankungen von zehn bis 13 Grad Celsius am Tag, während die Temperaturen von blanken Hausfassaden um bis zu 35 Grad Celsius schwankten.

Efeu absorbiert Stickoxide und filtert Feinstaub

Zusammen mit dem Forschungsinstitut Jülich untersuchten die Kölner Wissenschaftler um Professor Dr. Hans Georg Edelmann vom Institut für Biologiedidaktik zudem die Wirkung von Efeu auf die Absorption von Stickoxiden (NOx) und die Adsorption (Bindung und Anreicherung von Stoffen an die Blattflächen) von Feinstaub mit einer durchschnittlichen Größe von 2,5 Mikrometer (PM 2,5).

Sie konnten zeigen, dass Efeu die gesundheitsschädlichen Stickoxide absorbierte und den Feinstaub filtrierte. Zudem hat die Bepflanzung einen positiven Effekt auf die Absorption des Treibhausgases CO2.

Anpassung an den Klimawandel

„Begrünte Fassaden stellen eine sehr sinnvolle Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel dar – nicht nur im Hinblick auf die Stadttemperatur, sondern auch hinsichtlich der Feinstaubproblematik“, erläutert Biologe Edelmann.

Grundsätzlich trügen grüne Fassaden zu einer ganzen Reihe städteklimatisch vorteilhafter Eigenschaften bei, so Edelmann weiter: „Fassadenbepflanzung verbessert sowohl das Stadt- als auch das Raumklima, mindert Überhitzung und Smog, sie produziert Sauerstoff und trägt zur Erhaltung und Erhöhung der Artenvielfalt in der Stadt als Lebensraum für Fauna und Flora bei.“

Negatives Image von Kletterpflanzen

Bedauerlich findet der Kölner Biologe, dass mit Kletterpflanzen bewachsene Fassaden zumindest in der deutschen Gesellschaft bislang kein gutes Image haben. „Sie werden von vielen Menschen als Indikator für Vernachlässigung und Verfall von Gebäuden, als gebäudeschädigende und betreuungsintensive Gewächse angesehen.“

Im Kontext des Klimawandels und der zu erwartenden, noch stärkeren Aufheizung der Städte sowie der anhaltenden Verschlechterung der Luftqualität vor allem durch Autoabgase scheine sich dieses Image jedoch zu ändern.

Typische Fassadenkletterer

Typische Fassaden-Kletterpflanzen sind der Efeu (Hedera helix) mit zahlreichen Sorten oder der Wilde Wein (Parthenocissus). Sie sind sehr anpassungsfähig und trockenheitsverträglich und gedeihen auch an verhältnismäßig anspruchslosen Standorten.