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Studie: Insektensterben massiver als angenommen

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Ergebnisse von Studien an der Forschungsstation Randecker Maar haben ergeben, dass das Insektensterben auf der Schwäbischen Alb massiver sei, als eigentlich angenommen. Hier sei gar ein Rückgang der Insekten um 97 Prozent zu verzeichnen. Die Landesregierung Baden-Württembergs reagiert daher mit hohen Investitionen in den Insektenschutz.

Neue Studien zeigen dramatische Entwicklungen beim Insektensterben. Foto: mbll / Pixabay

Rückgang der Insekten um 97 Prozent

An der Forschungsstation Randecker Maar beobachtet der Ornithologe Wulff Gatter seit Beginn der 1970er Jahre die Vogelwanderung auf der Schwäbischen Alb. Die Forschungsstation dient in diesem Zuge zudem der Untersuchung von Insektenwanderung und der Waldökologie im Allgemeinen. Die Berücksichtigung beider Tiergruppen brachte verschiedene Vorteile: Der Höhepunkt des Vogelzugs fällt auf den frühen Vormittag und gelegentlich den Abend. Der Höhepunkt des Insektenzugs dagegen findet in den warmen Tagesstunden statt. Die Langzeitstudien der Forschungsstation Randecker Maar geben nun eine düstere Prognose ab, denn laut den erhobenen Daten sei die Insektenpopulation vor Ort um 97 Prozent zurückgegangen.

„Ausgaben für Naturschutz seit 2011 verdreifacht“

Diese Ergebnisse nimmt man in Kreisen der Landesregierung sehr ernst, wie aus einer Mitteilung des Umweltministeriums Baden-Württembergs hervorgeht. „Die wissenschaftlichen Zählungen zeigen, dass das Artensterben noch viel dramatischer ausfällt, als die Studie des Entomologischen Vereins Krefeld 2017 gezeigt hat. Ohne Artenvielfalt ist kein Leben vorstellbar, deshalb gehen wir diese Menschheitsaufgabe im Land schon seit Jahren sehr konsequent an. Wir haben unsere Ausgaben für den Naturschutz seit 2011 auf mittlerweile über 100 Millionen mehr als verdreifacht. Wir haben auch das Sonderprogramm für die Stärkung der biologischen Vielfalt mit weiteren 36 Millionen Euro für die Jahre 2020/2021 fortgesetzt, um dem Verlust der Artenvielfalt angemessen zu begegnen“, sagt Umweltminister Franz Untersteller.

„Auf Unterstützung von Bund und EU angewiesen“

In Baden-Württemberg habe man zudem gemeinsam mit Naturschutz und Landwirtschaft das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ weiterentwickelt und dieses bundesweit gesetzlich verankert (TASPO Online berichtete). Untersteller nimmt sowohl die Bundesregierung, als auch die EU-Politik in die Pflicht, an einem Strang zu ziehen, um dem Insektensterben entschlossen entgegenzutreten. „Aber wir sind dabei auch auf die Unterstützung des Bundes und der EU angewiesen. Halbherzige Vereinbarungen wie zuletzt zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) bringen uns Menschen und den Insekten nichts. Es ist dringender denn je, dass die EU und ihre Mitgliedsstaaten, bei uns also die Bundesregierung, die Förderung endlich an ökologische Standards ausrichtet und dass Landwirtinnen und Landwirte für ökologisches Wirtschaften künftig belohnt werden. Nur so können wir erhalten, was uns am Leben hält. Mit den Wespen und Hummeln können wir nicht verhandeln, sie sind von unseren Entscheidungen abhängig“, so der Umweltminister.

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