Alle News

Studie: Nachhaltigkeit und Kosten von Obst- und Gemüsekisten

Wie schneiden die verschiedenen Verpackungssysteme für den Transport von Obst und Gemüse bei der Nachhaltigkeit ab? Zu dieser Frage hat jetzt die Stiftung Initiative Mehrweg Ergebnisse einer umfassenden, europaweiten Studie vorgestellt, bei der marktgebräuchliche Mehrweg-Kunststoffkisten mit Einwegsystemen aus Karton und Holz verglichen wurden. Im Vergleich zu Einweg-Kartonkisten sind demnach Mehrweg-Kunststoffkisten deutlich vorteilhafter.

Nach der Zusammenfassung zeigt sich das Mehrwegkunststoffkistensystem im Ergebnis:

- als ökologisch ebenbürtig gegenüber dem Einwegsystem mit Holzkisten,

- als ökologisch vorteilhafter als Einwegkartonkisten,

- als das wirtschaftlichste und

- als das Transport- und Verpackungssystem mit der niedrigsten Rate an tödlichen Unfällen.

Durchgeführt wurde die Studie im Auftrag der Stiftung von der Abteilung Ganzheitliche Bilanzierung der Universität Stuttgart und dem Unternehmen PE International aus Leinfelden-Echterdingen. "Mehrweg ist der bessere Weg", fasste der Geschäftsführer der Stiftung und ehemalige Staatssekretär des Bundesumweltministeriums, Clemens Stroetmann, die ermittelten Ergebnisse zusammen.

Als besonders erfreulich wertete er die Tatsache, dass das Mehrwegsystem über die ökologische Vorteilhaftigkeit hinaus auch das kostengünstigste und - über den gesamten Lebenszyklus betrachtet - auch das sicherste System darstelle, um Obst und Gemüse an den Verbraucher zu bringen. Die Untersuchung belege, dass wirtschaftliches Denken und verantwortungsbewusstes Handeln zum Schutz der Umwelt keine Gegensätze sein müssen. In der Studie wurde den Angaben zufolge erstmals der europaweite Markt wirklichkeitsnah abgebildet, indem die Transportwege von Obst und Gemüse unter Berücksichtigung der fünf bedeutendsten Produktionsländer (Frankreich, Spanien, Italien, Niederlande, Deutschland) und der vier größten Abnehmermärkte (Frankreich, Niederlande, Großbritannien, Deutschland) untersucht und bewertet wurden. Dabei wurden je ein konservatives (kSz) und ein technisches Szenario (tSz) zugrunde gelegt. In Bezug auf Umwelteffekte wurden folgende Faktoren untersucht: Primärenergieverbrauch, Treibhauspotenzial - "Treibhauseffekt, Klimawirkung", Ozonabbaupotenzial - "Schädigung des Ozonschildes", Eutrophierungspotenzial - "Saurer Regen", sowie das Photooxidationsbildungspotenzial - "Sommersmog".

Darüber hinaus wurden die Kosten des gesamten Lebenszyklus und ausgewählte soziale Aspekte, insbesondere die mit der Herstellung und Verwendung verbundene Zahl der tödlichen und nicht tödlichen Unfälle betrachtet. Die Holz-Einwegkisten zeigten in den Bereichen Treibhauseffekt, Saurer Regen und Sommersmog ähnliche Ergebnisse wie die Mehrweg-Kunststoffkisten. Im Bereich Eutrophierung liegen die Kunststoffkisten, im Bereich Ozonabbaupotential die Holzkisten vorne. Gegenüber den Kartonkisten erreichten die Kunststoffkisten des Mehrwegsystems dagegen bei den umweltlichen Wirkkategorien in sämtlichen Feldern weit bessere Werte. Auszüge auf der Studie finden sich im Internet unter www.stiftung-mehrweg.de/studien.html.