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Studie: Waldbestattungen ökologisch unbedenklich

Waldbestattungen in biologisch abbaubaren Urnen sind für die Umwelt unbedenklich. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Forstwissenschaften der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in seiner jetzt vorgelegten Studie. Untersucht wurde darin, ob der Waldboden rund um Urnengräber erhöhte Schwermetallkonzentrationen aufweist, die Mensch und Umwelt schaden können.

Biologisch abbaubare Urne für die Bestattung im Wald. Foto: FriedWald/Thomas Gasparini

FriedWald im Clinch mit Waldbestattungskritikern

Auftraggeber der Studie ist die FriedWald GmbH. Diese liegt schon seit Längerem im Clinch mit dem Hamburger Landschaftsplaner und Bestattungswald-Kritiker Andreas Morgenroth. In einem offenen Brief an die Albert-Ludwigs-Universität gab dieser im Vorfeld der Studie zu bedenken, dass zum Schwermetalleintrag schon recht genaue Totenascheanalysen aus vielen Quellen vorliegen.

Darüber hinaus stellt Morgenroth darin öffentlich die Frage, ob die Studie auch Chrom VI im Bodenwasser analysiert hat, ob Stauwasserböden und dort wachsende Schwermetallsammler analysiert wurden und ob solche Verdachtsflächen untersucht wurden, in denen verrottbare Urnen verwendet wurden, die bereits undicht geworden sind?

Bodenproben von drei FriedWald-Standorten untersucht

Für die jetzt vorliegende Studie der Uni Freiburg – zu der es auch ein Video gibt – analysierten die Bodenökologen nach eigenen Angaben Bodenproben von den drei FriedWald-Standorten Urwald bei Saarbrücken, Reinhardswald bei Kassel und Michelstadt im Odenwald. Untersucht wurde dabei der Boden um acht bis zwölf Jahre alte Grabstellen. Dazu wurden Proben unterhalb der Urne, in gleicher Tiefe in einem Abstand von etwa einem Meter neben der Urne sowie im sogenannten Oberboden im Kronenbereich der Grabbäume entnommen.

„Eine Erhöhung der Schwermetallgehalte gegenüber vergleichbaren Waldböden konnte nicht festgestellt werden. Die leicht erhöhten pH-Werte aus den Bodenproben unterhalb der Urnenstellen zeigen den Austrag von basisch reagierenden Inhaltsstoffen aus der Asche. Ein natürlicher Vorgang“, wie Prof. Dr. Friederike Lang, Professorin für Bodenökologie, ausführt. Für Mensch und Natur sind diese Werte den Freiburger Forschern zufolge unbedenklich.

Zudem hatten die Wissenschaftler untersucht, ob wegen der stark basischen Totenasche ein Anstieg des pH-Wertes festzustellen ist. Wie die Analysen ergaben, war der pH-Wert der Böden unterhalb der Urnenstellen lediglich leicht erhöht – 4,74 gegenüber einem durchschnittlichen pH-Wert von 4,62 der Referenzproben.

Keine dauerhaften Änderungen der Bodeneigenschaften

Die Forscher kamen daraufhin zu dem Ergebnis, dass dauerhafte Änderungen der Bodeneigenschaften durch Kremationsasche aus biologisch abbaubaren Urnen ausgeschlossen werden können. Vielmehr entspreche diese als sehr gering einzustufende Abweichung den natürlichen Schwankungen des pH-Werts von Waldböden und könne „vor dem Hintergrund vergleichsweise saurer Böden als positiver Effekt gewertet werden“, wie es in der Studie heißt.

„Von Expertenseite hören wir stets, dass die Beisetzung in einem FriedWald umweltverträglich ist. Regelmäßige Messungen an unterschiedlichen Standorten belegen das. Und auch für unsere älteren Standorte haben wir das jetzt schwarz auf weiß“, kommentiert die FriedWald-Pressesprecherin Corinna Brod die Studienergebnisse.

FriedWald: einstweilige Verfügung gegen Kritiker

Neben Morgenroth hatten zuletzt unter anderem auch verschiedene Steinmetze von den immer populärer werdenden Waldbestattungen abgeraten – und als Begründung auf den Schaden für die Umwelt hingewiesen. Die FriedWald GmbH hatte deshalb per einstweiliger Verfügung die Redefreiheit im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Steinmetz-Innung Ortenau zur Zukunft der Friedhofskultur beschränken. In ihrer Einladung hatte die Innung auf einen Morgenroth-Vortrag, der das Wort „Ökozeitbombe“ enthielt, aufmerksam gemacht.

Das Landgericht untersagte für die besagte Veranstaltung allerdings lediglich die Titelformulierung des Vortrags, nicht aber den Vortrag an sich. Morgenroth sichtete daraufhin auf der Veranstaltung „die Faktenlage“, wie er es nannte, und informierte beispielsweise über neue Untersuchungsergebnisse der Dekra zu Schwermetallbelastungen von Totenaschen und den darin enthaltenen hochgiftigen Stoff Chrom VI. (fk)