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Substrat: über tausend verschiedene Misch-Rezepte

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Vom Rohstoff bis zum Endprodukt – für die Vermarktung auf der ganzen Welt: Nach diesem Anspruch läuft die Substrat-Produktion bei Legro. Damit bietet der niederländische Substrat-Hersteller alles aus einer Hand – für Beerengehölze, Baumschulware oder Jungpflanzen.

Erdbeeren, Heidelbeeren oder wie hier Himbeeren werden zunehmend unter Folie in Töpfen oder Rinnen angebaut. Dafür sind Substrate mit ausdauernder Strukturstabilität nötig. Foto: Therese Backhaus-Cysyk

Legro mit neun Produktionsstandorten

In den Gründerjahren bot der Großvater des heutigen Inhabers Sjef Swinkels dank Torfgewinnung in der niederländischen Region de Peel Brennmaterial an. Heute in vierter Generation ist das niederländische Unternehmen mit Hauptsitz in Helmond global aufgestellt, arbeitet an neun Produktionsstandorten weltweit und hat sich zum Ziel gesetzt, seinen Kunden Substrate als maßgeschneiderte Mischungen anzubieten.

„Damit können wir unseren Kunden die Sicherheit gleichmäßiger Qualität bieten“, erklärt Jacco Hoogendoorn, Verkaufsleiter bei Legro, und zeigt die Hauptschwerpunkte auf: Substrate für den Beerenobstanbau, für Baumschulen, Jungpflanzenkulturen und Deckerden für den Champignon-Anbau (Legro Mushroom Casing Solutions).

Alle Rohstoffe werden im vier Hektar großen Werk unter überdachten Flächen gelagert. Ein Vorteil, der wetterunabhängig macht und der Qualitätssicherung zuträglich sei, um ein konstantes, einheitliches Substrat liefern zu können.

Eigene Torfabbauflächen in Estland und Lettland

Rohstoffe für seine Mischungen bekommt der Substrat-Hersteller zum einen vom Produktionsstandort in Lettland. Legro verfügt in Estland und Lettland über 3.000 Hektar eigene Torfabbauflächen. Zum anderen werden in Indien aus Kokosnussschalen, von lokalen Produzenten gekauft, Kokosfasern und -staub maschinell aus den Schalen extrahiert, gewaschen und getrocknet.

In Fünf-Kilo-Blöcken kommt das gepresste Kokos zur Weiterverarbeitung unter anderem im niederländischen Helmond an. Dort wird es gepuffert und weiterverarbeitet. Damit erhält man ein Substrat mit niedrigem EC-Wert, ohne unerwünschte Natrium- und Kalium-Salze.

Investition in neue Aufbereitungsanlage

Um der Nachfrage nach diesem hochwertigen und zuverlässig gepufferten Kokos nachzukommen, hat Legro in eine neue, ganz in der Nähe des Hauptwerks gelegene Aufbereitungsanlage für Kokos investiert. Die neue Anlage ist insgesamt vier Hektar groß und verfügt über einen Lagerplatz für 50 bis 60 Container mit gepressten Kokosblöcken. Dazu gibt es zwölf neue Entladebunker und sechs große Bunker für die Aufbereitung.

Der vollautomatische Prozess garantiere ein Produkt von sehr konstanter und stabiler Qualität. Wöchentlich können 6.000 bis 7.000 Kubikmeter aufbereitet werden, das entspricht insgesamt 30 Containern oder 90 Lkw-Ladungen gepuffertes Kokos pro Woche. Rund sieben Tage dauert Legro zufolge der Prozess vom Kokosblock bis zum fertigen Produkt.

Vierte Substrat-Generation mit Kokos

Einzig im Winter bei Frost sei die Pufferung nicht möglich, ansonsten laufe die Anlage das ganze Jahr über kontinuierlich. Kokos ist eine der Hauptkomponenten bei Legro. „Beispielsweise bei Beerenobst-Substratmischungen bietet es als luftiges und wasserhaltefähiges Substrat eine gute dauerhafte Strukturstabilität“, zeigt Hoogendoorn auf. Legro Kokos kann als loses Schüttgut in Big Bags, Big Bales, als reines Produkt oder als Substrat-Komponente bestellt werden.

Mit Kokos hat Legro mittlerweile seine vierte Substrat-Generation entwickelt. „Die Mischung Legro Coir Air-Line enthält unter anderem Perlite, ein aufgeblähtes Vulkangestein, das für eine sehr gute Drainage sorgt“, erklärt Hoogendoorn. Auch das vulkanische Gestein wird bei Legro seit jüngster Zeit zu Perlite selbst gebrannt, im Ofen bei 1.200 bis 1.300 Grad.

Über tausend verschiedene Rezepte

Mit mehr als 30 Komponenten kann der niederländische Substrat-Hersteller seine Substrate mischen. „Insgesamt stehen mehr als 1.000 verschiedene Rezepte für Substrat-Mischungen in unserer Datenbank“, erklärt Hoogendoorn.

Neben Substrat-Komponenten wie Torf, Kokos oder Perlite können Düngerzugaben individuell zugefügt werden. Oftmals sei dies aber in der Praxis gar nicht nötig. „Unsere eigenen Rezepturen sind bereits abgestimmt auf die einzelnen Kulturen – wie beispielsweise für den Heidelbeer-, Himbeer- oder Erdbeeranbau, sodass sich unsere Kunden auf die bewährten Mischungen zu jeder Zeit verlassen können.“

Produktion rund ums Jahr

Da Legro international aufgestellt ist, wird das ganze Jahr über produziert. Der Substrat-Hersteller liefert innereuropäisch unter anderem mit den eigenen 40 Lkw aus, international mit Seecontainern, zeigt Martin Hornecker auf, der den norddeutschen Markt für Legro betreut.

Ob nach Deutschland, Australien oder in die USA – Legro liefert seine Mischungen weltweit mit den Gütezeichen RHP Horticulture, RHP Consumer und RAG aus. Für die Qualitätskontrolle steht ein hauseigenes Labor zur Verfügung. Darüber hinaus lässt Legro auch in unabhängigen Laboren Analysen durchführen.