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Supersize-Weihnachtsbäume aus dem Kreis Pinneberg

Ob mit Ballen oder gesägt – die Supersize-Bäume aus dem Kreis Pinneberg sind für ihre Qualität bekannt. Liebgard Jennerich berichtet in der TASPO Ausgabe 22/10 über die Baumschule Klaus Mohr im schleswig-holsteinischen Horts-Hahnenkamp. Mohr produziert und verkauft Weihnachtsbäume in Übergrößen. Er belieferte auch schon das Schloss Bellevue.

Klaus Mohr ist mit Leib und Seele Baumschuler. Drei besondere Betriebszweige hat er sich aufgebaut und besetzt damit jeweils Nischen, in denen er so schnell keine Konkurrenz bekommt. Allen gemeinsam ist die Bezeichnung XXL und der hohe Anspruch an die Produktfrische und -qualität.

Der erste Bereich ist die rund 50 Hektar große Baumschule, in der Mohr ein hochwertiges Sortiment an großen Alleebäumen und Koniferen kultiviert, darunter Nobilis- und Nordmanntannen, Blau- und Rotfichten, Omoriken und Koreatannen.

Abnehmer finden sich in der ganzen Welt, vor allem aber in Osteuropa. Der zweite Bereich ist der Verkauf von Weihnachtsbäumen für den Privatkunden, verbunden mit einem der größten Weihnachtsmärkte in der Region.

Der dritte Bereich, und da schließt sich der Kreis, ist die Kultur und der Verkauf von XXL-Weihnachtsbäumen an First-Class-Hotels, Einkaufspassagen, Kirchen, Nobel-Boutiquen und ähnliche Einrichtungen.

 

Die Baumschulware

Seit rund 40 Jahren hat sich Mohr auf die Supergrößen spezialisiert. „Die Käufer wissen, dass die Bäume weiterwachsen“, begründet Mohr seinen Erfolg, der auf guter baumschulerischer Tradition beruht.

Die Solitärs sind fachgerecht sechs bis siebenmal verschult worden. Er exportiert beispielsweise nach England und in die Schweiz. Für einen Schlosspark in Süd-Frankreich lieferte er drei zwölf Meter hohe Nordmanntannen, in den Ostblock 30 Jahre alte Abies lasiocarpa und acht Meter hohe Picea pungens ‘Glauca’.

Solche Ballenware wird oft von Landschaftsarchitekten geordert und wechselt zu lukrativen Preisen den Besitzer. Es heißt mit Ballen kosten die XXL-Bäume bei vergleichbarer Größe bis zu sieben Mal mehr als gesägt.

 

Baumverkauf an Privat

Bis zu fünf Hektar pflanzt Mohr für den „normalen“ Weihnachtsbaumverkauf jährlich neu an und setzt dabei auf verschiedene Ambrolauri-Herkünfte. Zusätzlichen Bedarf an normal großen Bäumen deckt er mit deutschen Lieferanten und dänischen Importen ab und kann sich bisher über die Qualitäten nicht beklagen.

Als einzigen Zusatzartikel bieten Mohrs selbst Weihnachtsbaumständer an. Es gibt verschiedene Modelle, aber den Easyfix-Ständer mit dem Dorn in der Mitte hält Klaus Mohr für den besten, weil das Anspitzen und Festzurren entfällt, der Baum ruckzuck steht und außerdem noch gut Wasser aufnehmen kann, was seine Haltbarkeit verlängert.

Trotzdem gehört das für manche Ständermodelle erforderliche Anspitzen und der Baumtransport zum Auto zum Service des Weihnachtsmarktes dazu.

Dieser Weihnachtsmarkt, den die Eheleute Mohr in der aus Baumschulersicht ruhigen Adventszeit seit rund 30 Jahren organisieren, gehört einfach dazu. Auf dem befestigten Platz stehen die Stände der Gewerbetreibende. Zum typischen Weihnachtsmarktangebot gehören Weihnachtsschmuck und Geschenkartikel. Nebenan auf dem Platz am Wasserwerk finden bis zu 5.000 Pkw Platz.

Es gibt ein Extra-Zelt mit Kinderanimation. Dort wird das Herstellen von Gelkerzen, Kinderschminken und Armbrustschießen angeboten. Außerdem fährt die Eisenbahn Emma mit den Kindern durch das Gelände, und ein Weihnachtsmann verteilt Geschenke.

In dieser rustikalen Umgebung veranstaltet Klaus Mohr bereits seit mehreren Jahrzehnten mit gutem Erfolg Firmen-Weihnachtsfeiern. Viele Kunden kommen dazu auch aus Hamburg. Der Platz sei immer beleuchtet, man könne auch spontan zu einer Feier einladen und auf das gute, gehobene Catering zählen, betont Klaus Mohr.

Die früher einmal angebotenen Hubschrauber-Flüge wurden eingestellt, einerseits weil die Tiere der Streichelgehege durch das Hubschraubergeräusch verängstigt wurden, andererseits weil die Vertragsbedingungen mit dem Hubschrauber-Anbieter zu ungünstig waren.

 

Gesägte Deko-Bäume

Neben diesem Absatz für den Privathaushalt bietet Mohr – als dritten Bereich – sehr große gesägte Weihnachtsbäume für Dekorationszwecke an. Um die 25 Prozent machen diese Bäume vom gesamten Weihnachtsbaumgeschäft aus, eine lukrative Nische des Marktes, in der es kaum Konkurrenz gibt. Entsprechend stolz ist der Baumschuler Mohr auf jene gesonderten Quartiere, in denen diese Prachtexemplare stehen.

Früher bezog Mohr die großen Bäume auch aus Dänemark. Inzwischen hegt und pflegt er sie teilweise seit 25 bis 30 Jahren mit baumschultypischen Kulturmethoden selbst. Der regelmäßige Formschnitt, den ein Meister und ein angelernter Spanier ausführen, hat zu dichten, ebenmäßigen Bäumen geführt.

Zu den üblichen Kulturmethoden gehört auch das Unkrautmanagement und das konsequente Stäben des Leittriebes alle paar Jahre. Die dicken, in die Höhe ragenden Bambusstäbe sehen teilweise etwas überdimensioniert aus, aber so muss das Stäben nur alle paar Jahre erfolgen und es wird jeglicher Spitzenbruch vermieden.

 

Die Sache mit der Größe

Was ist unter groß zu verstehen? Klaus Mohr nennt eine Spanne zwischen acht und 15, im Extremfall bis 18 Meter. Durch die Baumschule sind die für die Ernte der Bäume erforderlichen Gerätschaften wie etwa ein Kran ohnehin vorhanden.

Damit die wertvollen Bäume unbeschadet vom Stamm kommen und fachgerecht auf dem Lkw verladen werden können, sind bis zu fünf Mann erforderlich. Der Transport erfolgt mit Tiefladern befreundeter Baumschulen.

Um die 3.000 Euro muss für die Supersize-Bäume auf den Tisch gelegt werden, inklusive Verladung und Transport. Etwa die Hälfte der Großbäume geht in den Export. Außer Nordmanntannen sind auch andere Tannen- und Fichtenarten ohne Ballen im Angebot.

Stolz sind Mohrs darauf, dass auch der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler schon zu den Abnehmern gehörte. Eine zwölf Meter hohe Nordmanntanne schmückte 2008 den Berliner Wohnsitz des Staatsoberhauptes, Schloss Bellevue.

Insgesamt macht der Weihnachtsbaumsektor zehn bis 15 Prozent des gesamten Umsatzes aus. Die Preise dürften in diesem Jahr auf dem Vorjahresniveau bleiben, prognostiziert Klaus Mohr.

Er selbst könne die Preise nur durch Mischkalkulation halten, weil er viele eigene Bäume produziere. Im Einkauf seien die Bäume hingegen zu teuer, was zu der verstärkten Aufgabe kleinerer Händler geführt habe. Bei ihm meldeten sich hingegen in der Handelszeit täglich viele Anrufer auf der Suche nach qualitativ guten Bäumen.

Weitere Infos unter www.mohr-baumschule.de