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Bayer CropScience: Luna-Familie wächst weiter

Gemessen am Verbrauch, legte der deutsche Pflanzenschutzmarkt im Jahr 2012 um über sieben Prozent zu. Dieser Trend habe sich auch bei Sonderkulturen gezeigt, hieß es kürzlich beim Jahres-Fachpressegespräch Sonderkulturen von Bayer CropScience Deutschland in Deidesheim.

Pflanzenschutzmittelmarkt für die wichtigsten Sonderkulturen, darunter die gartenbaulichen Produktionssparten. Grafiken (2): Bayer CropScience

Die gartenbaulichen Bereiche Gemüse, Obst und Zierpflanzen (einschließlich Baumschulgehölze) sind ein maßgeblicher Teilbereich dieser Sonderkulturen. Innerhalb eines „positiven Marktumfeldes“ habe Bayer CropScience mit Hilfe der Neueinführungen Luna Experience, Luna Privilege und Movento OD 150 seine Marktanteile vergrößern können. Georg Beer, Vertriebsteamleiter Sonderkulturen bei dem in Lagenfeld ansässigen Unternehmen, stellte dies bei der Veranstaltung heraus.

Consist Plus, Previcur Energy und Fenomenal als Neueinführungen der letzten Jahre hätten inzwischen in ihren jeweiligen Segmenten eine wichtige Rolle eingenommen (Anmerkung: Fenomenal mit den Wirkstoffen Fenamidone und Fosetyl-Aluminium spielt zur Bekämpfung pilzlicher Krankheiten auch eine wichtige Rolle im Zierpflanzenbau, vor allem gegen bodenbürtige Schaderreger wie Pythium und Phytophthora).

Luna Experience (Wirkstoffe: Fluopyram plus Tebuconazole) und Luna Privilege (Wirkstoff: Fluopyram) wurden 2012 in den Markt eingeführt. Bayer CropScience rechnet 2013 mit Zulassungserweiterung für Luna Experience in Steinobst, Möhren, verschiedenen Kohlarten, Porree und Speisezwiebeln. Generell ist Luna eine Dachmarke für Produkte mit dem neuartigen Wirkstoff Fluopyram aus der chemischen Klasse der Pyridinylethylbenzamide. Der Wirkmechanismus beruht darauf, die Energieproduktion in den Pilzzellen zu unterbinden. Dieser Aspekt gilt auch als besonders wichtig im Rahmen eines guten Resistenzmanagements.

Diese „Luna-Familie“ werde aber noch weiter vergrößert. Ein neues Mittel – Luna Sensation – erhalte voraussichtlich im Laufe des Jahres 2013 eine Zulassung für die Verwendung beim Anbau von Erdbeeren, Spargel und Salaten. Die Markteinführung sei dann im Jahr 2014 vorgesehen. Movento OD 150 erhielt Anfang 2013 die Zulassung und soll für Anwendungen in Salaten, diversen Kohlarten, Speisezwiebeln, Ziergehölzen (Freiland) und Baumschulgehölzpflanzen zur Verfügung stehen.

Dass Bayer CropScience nicht allein auf chemische Präparate setzt, merkte Beer mit dem Hinweis auf die im vergangenen Jahr erfolgte Übernahme von AgraQuest an. Dieses Unternehmen mit Sitz in Davis/Kalifornien ist im biologischen Pflanzenschutz auf Basis natürlicher Mikroorganismen tätig. Kurzfristig werden für die landwirtschaftliche Praxis in Deutschland allerdings keine Produkte aus dem AgraQuest-Bereich verfügbar sein. Es gehe darum, dass bei der Forschungs- und Entwicklungsstrategie von Bayer Crop-Science die biologischen oder biotechnologischen Pflanzenschutzmittel eine Rolle spielen werden. Laut Beer ist auf mittlere Sicht mit vermarktungsfähigen Produkten aus diesem Bereich zu rechnen, gerade auch bei Sonderkulturen.

Zu den Themen, die bei der Pressekonferenz in Deidesheim breiten Raum einnahmen, zählte die „Nachhaltige Landwirtschaft“. Steffi Rentsch, zuständig für Produktverantwortung und Verbraucherschutz, betonte in diesem Zusammenhang die mit diesem Themenkomplex verbundenen Stichworte wie:

  • Anwenderschutz,
  • Biodiversität (= artenreiche Lebensräume),
  • Partnerschaften entlang der Lebensmittelkette,
  • Gewässerschutz (= Reduzierung der Einträge von Pflanzenschutzmitteln in Gewässer),
  • Begrenzung der Treibhausgas-Emissionen,
  • Bienengesundheit.

Generell gehe es um die Herausforderung, hocheffiziente landwirtschaftliche Produktion möglichst umweltschonend und sozial verantwortungsbewusst zu gestalten. Mit den Schulungen werde dafür gesorgt, dass Pflanzenschutzmittel verantwortungsbewusst und umweltschonend eingesetzt werden.

Eines der von Steffi Rentsch herausgestellten Projekte betraf „Äpfel aus Sachsen“ und läuft zusammen mit der Erzeugerorganisation Dresdner Obst sowie weiteren Partnern und einem Experten aus dem Naturschutz.

Es geht um die „Biodiversität in Obstanlagen“, die sich als wichtiges Nachhaltigkeits-Thema herauskristallisiert habe. Wie sich zeigte, könnten bestehende Hecken durch Zwischenpflanzung mit blühenden Sträuchern ökologisch relativ einfach aufgewertet werden, ohne zusätzliche Produktionsfläche zu beanspruchen. Die umgesetzten Maßnahmen würden wissenschaftlich von einem Biologen auf ihre Wirksamkeit untersucht. (eh)