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SVLFG gibt Tipps zum sicheren Winterdienst

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Winterdienst heißt Arbeiten unter Zeitdruck und widrigen Witterungsumständen, im Schichtbetrieb und teils rund um die Uhr. Höchste Konzentration ist ein Muss, die physischen und psychischen Belastungen sind hoch. Was Arbeitgeber beachten müssen, damit der Winterdienst reibungslos abläuft, erläutert die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG).

Winterdienst gehört zu den Dienstleistungen von Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen. Foto: SVLFG

Sturzunfälle durch Ausrutschen an der Spitze der Unfallstatistik

Eine sorgfältige Gefährdungsbeurteilung hilft Arbeitgebern, Risiken zu erkennen, die notwendigen Schutzmaßnahmen festzulegen und die geeigneten Mitarbeiter sowie die erforderlichen Geräte und Fahrzeuge auszuwählen, sagt Petra Stemmler-Richter von der SVLFG. Wichtig ist der Expertin zufolge, dass bereits auf dem Betriebsgelände Wege und Flächen sauber geräumt, gestreut und gut ausgeleuchtet sind. Denn Sturzunfälle durch Ausrutschen stehen beim Winterdienst an der Spitze der Unfallstatistik.

Auch zur Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) beim Winterdienst gibt Stemmler-Richter Tipps. So muss diese vor Witterungs- und anderen gesundheitsschädigenden Einflüssen wie zum Beispiel Lärm oder umherfliegenden Steinchen schützen und die Sichtbarkeit erhöhen. „Idealerweise ist sie robust, bequem und atmungsaktiv, damit sie von den Mitarbeitern gut angenommen wird“, empfiehlt die Expertin. Je nach Arbeitseinsatz gehören demnach zur PSA der Witterung angepasstes Sicherheitsschuhwerk mit rutschfesten Sohlen und gegebenenfalls mit Krallen, warme Wetterschutzkleidung sowie gut erkennbare Warnkleidung der passenden Warnklasse drei gemäß DIN EN ISO 20471. „Wichtig sind außerdem Thermo-Arbeitshandschuhe, die Schutz vor Nässe, Kälte, mechanischen Belastungen und chemischen Einflüssen bieten. Sie sind erkennbar am Schneeflocken- sowie am Hammer-Piktogramm“, führt Stemmler-Richter weiter aus. Eine Schutzbrille komplettiert die Ausrüstung, die nach getaner Arbeit am besten an einem warmen, luftigen Ort getrocknet wird.

Fahrer vor erstem Winterdienst in Räum- und Streufahrzeuge einweisen

Die für den Winterdienst notwendigen Fahrzeuge und Geräte stehen am besten in Hallen oder zumindest unter Dach, empfiehlt die SVLFG. „Achten Sie auf rutschsichere, schnee- und eisfreie Fahrzeugaufstiege, Ladeflächen und Kontrollplattformen an Streuautomaten“, so Stemmler-Richter. Der Fahrer müsse selbstverständlich in das Räum- und Streufahrzeug eingewiesen und damit vertraut sein, bevor er sich zum ersten Einsatz bei Schnee und Eis ans Steuer setzt. Das Fahrzeug selbst brauche die passende Winterbereifung mit ausreichender Profiltiefe und gegebenenfalls Schneeketten. Saubere Scheiben und Spiegel sowie eine funktionierende Scheibenwisch- und Beleuchtungsanlage sind laut SVLFG entscheidend dafür, ob der Fahrer des Räumfahrzeugs Hindernisse rechtzeitig erkennt oder nicht. Je nach Einsatzzweck des Fahrzeugs könne sogar eine Rundumbeleuchtung erforderlich sein. Von innen beschlagene Scheiben wiederum ließen sich verhindern, indem die Standheizung rechtzeitig vor Fahrtantritt eingeschaltet wird.

Worauf beim Winterdienst noch zu achten ist

Damit andere Verkehrsteilnehmer Räumfahrzeuge rechtzeitig erkennen, seien auffällige Warntafeln und Konturmarkierungen hilfreich. „Entfernen Sie vor Fahrtantritt Schnee vom Fahrzeugdach, vergewissern Sie sich, ob ein Eiskratzer im Fahrzeug ist und ob alle Anbaugeräte sicher befestigt sind“, fährt Stemmler-Richter fort. Wichtig seien außerdem ein gut gefüllter Treibstofftank und ein aufgeräumter Innenraum. Ordnung im Fahrzeug sorge darüber hinaus dafür, dass die Lüftung frei ist und dass beim Fahren oder Bremsen keine losen Gegenstände unter das Bremspedal rollen oder durch das Fahrzeug fliegen, so die Expertin.

► Für weitere Informationen hat die SVLFG die Broschüre „Winterdienst“ (Nr. B33) herausgegeben, die im Mediencenter kostenlos heruntergeladen werden kann.

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