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SVLFG-Unfallstatistik: Zahl folgenschwerer Unfälle 2012 gestiegen

Die aktuell von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) herausgegebenen Zahlen zur Unfallstatistik im Gartenbau zeigen für das Jahr 2012 einen deutlichen Rückgang der Unfallzahlen. So sank die Zahl der angezeigten Unfälle von 45.430 im Jahr 2011 auf 43.837 in 2012 (minus 1.593).

Reduziert hat sich den Angaben zufolge auch die Anzahl meldepflichtiger Unfälle, das heißt der Unfälle, bei denen die Betroffenen länger als drei Tage krankgeschrieben werden mussten und die deshalb der gesetzlichen Meldepflicht unterlagen – insgesamt 18.363-mal war dies im Berichtsjahr 2012 der Fall (2011: 19.304), was einer Absenkung um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Dass die Zahl schwerwiegender Unfälle darunter allerdings spürbar zugenommen hat, zeigt der Anstieg im Bereich der neuen Unfallrenten. Konnte die Gartenbau-Berufsgenossenschaft in den Jahren 2006 bis 2011 einen kontinuierlichen Rückgang bei der Zahl der Neurenten verzeichnen, so zeigt sich im Berichtsjahr 2012 ein sprunghafter Anstieg der Rentenfälle auf 324. Zum Vergleich: Im Zeitraum 2006 bis 2011 war die Zahl der im jeweiligen Jahr anfallenden Neurenten von 377 auf 271 gesunken.

Auch mehr Unfälle mit tödlichem Ausgang mussten im Jahr 2012 verzeichnet werden. Insgesamt 20 Menschen verunglückten im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit (2011: 15). Dabei entfällt das Gros der tödlichen Unfälle auf den Bereich Garten- und Landschaftsbau (14), wobei die Baumpflege wiederum einen der Schwerpunkte bildet. Dem Arbeitsbereich Baumpflege, Fällarbeiten sowie Holzaufarbeitung sind nach Information der SVLFG drei Todesfälle zuzuordnen, insgesamt fünf Menschen starben bei Gartenbau- und Landschaftspflegearbeiten und ein Mensch bei Abbrucharbeiten.

Aber auch andere Gartenbausparten verzeichneten 2012 Unfälle mit Todesfolge: im Bereich Baumschule drei, im Zierpflanzenbau einen, im Friedhofsgartenbau einen und im Bereich der kommunalen Park- und Gartenpflege ebenfalls einen. Im Überblick über alle Sparten entfiel ein Drittel der Unglücke auf Wegeunfälle, jeweils fünf Prozent entfielen auf das Umrüsten von Maschinen und Geräten, Tätigkeiten im Ein- und Verkauf (einschließlich Auslieferung), Kulturpflegearbeiten, Pflanzungs- und Rodungsarbeiten sowie Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten an Gebäuden.

Im Hinblick auf die angezeigten Berufskrankheiten setzt sich die erfreuliche Entwicklung der Vorjahre weiter fort. So wurden 2012 erneut weniger Fälle von Berufskrankheit registriert; auf 814 sank die Zahl der diagnostizierten, berufsursächlichen Erkrankungen, das waren immerhin 1,4 Prozent weniger als im Jahr 2011 (825).

Ausgelöst werden Berufskrankheiten am häufigsten durch hautschädliche beziehungsweise die Haut angreifende Stoffe (gegebenenfalls auch andauernde Feuchtigkeit), Lärm und einseitige körperliche Belastungen. Die Zahl der Hauterkrankungen war 2012 dabei am höchsten; in 205 Fällen wurden sie auf die berufliche Tätigkeit zurückgeführt (2011: 191 Fälle). Durch Lärm erkrankten 166 Menschen (2011: 148), und eine Erkrankung der Lendenwirbelsäule war bei 114 im Gartenbau Beschäftigten als Berufskrankheit zu verzeichnen. (ks)