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Syngenta: Einspruch gegen Tomaten-Patent

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Mit einem Masseneinspruch beim Europäischen Patentamt wollen rund 65.000 Menschen am Mittwoch ein weiteres Zeichen gegen die Patentierung von Tieren und Pflanzen setzen. Konkreter „Stein des Anstoßes“ ist dieses Mal eine Tomate, auf die Syngenta vom Europäischen Patentamt das Patent erhalten hatte.

Campact will gegen das Patent auf eine bestimmte Tomatensorte Einspruch einlegen. Foto: Dusan Kostic/Fotolia

Federführend hinter der Protestaktion steht die Bürgerbewegung Campact, die zusammen mit einem europäischen Bündnis verschiedener Organisationen zu dem Masseneinspruch aufgerufen hatte. „65.000 Menschen erheben nun Einspruch gegen ein Biopatent und setzen damit ein starkes Zeichen. Es macht deutlich: die Bürger nehmen es nicht länger hin, dass Konzerne eine immer größere Kontrolle über unserer Ernährung ausüben“, so Campact-Campaignerin Lara Dovifat.

Campact: Patent gibt Syngenta alleiniges Recht an Tomate

Kritisch an dem bereits im vergangenen Jahr an Syngenta erteilten Patent EP 1515600 auf Tomaten mit einem hohen Gehalt an sogenannten Flavonolen sieht Campact vor allem, dass es dem Konzern das alleinige Recht an den Pflanzen, dem Saatgut und den Früchten gebe. Syngenta sei darüber hinaus auch der einzig Berechtigte, um mit dieser Sorte zu züchten, diese zu verkaufen oder weiter zu verarbeiten.

Hoffnung auf Aberkennung des Tomaten-Patents macht sich die Bürgerbewegung Campact mit der von ihr initiierten Aktion nicht nur, weil es der größte Masseneinspruch ist, den es je gegen ein Biopatent gegeben hat. Laut Campact wurde bereits im Januar das Patent von Monsanto auf eine bestimmte Melonensorte für ungültig erklärt, nachdem Umweltorganisationen dagegen Einspruch erhoben hatten.