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Gonarthrose zählt in Zukunft als Berufskrankheit

Schwerin. Gonarthrose (Kniegelenksarthrose) ist jetzt als Berufskrankheit anerkannt. Im Bundesgesetzblatt vom 17. Juni 2009 regelt die Zweite Verordnung zur Änderung der Berufskrankheiten-Verordnung (2. BKV-ÄndV) unter anderem die Aufnahme der „BK 2112“ (Gonarthrose). Neu aufgenommen wird demnach „Gonarthrose durch eine Tätigkeit im Knien oder vergleichbare Kniebelastung mit einer kumulativen Einwirkungsdauer während des Arbeitslebens von mindestens 13.000 Stunden und einer Mindesteinwirkungsdauer von insgesamt einer Stunde pro Schicht“.

Wie die Sozialversicherungsträger für den Gartenbau in einer Pressemitteilung ausführen, ging es auf ihrer Vertreterversammlung am 16. Juni in Schwerin darum, wie sich die Aufnahme der Gonarthrose in die Liste der Berufskrankheiten in der berufsgenossenschaftlichen Praxis auswirkt.

Um Genaueres zu erfahren, hatte die Vertreterversammlung Dr. Frank Schröter vom Institut für Medizinische Begutachtung, Kassel, eingeladen. Dr. Schröter befasst sich schon seit Längerem mit der Problematik. Der Mediziner gab den Angaben zufolge einen Überblick über den Stand der arbeitsmedizinischen Forschung und erläuterte die Voraussetzungen für die Anerkennung der Knieschädigung als Berufskrankheit.

Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse sei für ihn wichtig, darzustellen, dass kniende Tätigkeiten nicht grundsätzlich zu Schädigungen der Kniegelenke führen. Ausschlaggebend seien auch der Druck, der auf die Kniee wirke und die zeitliche Belastung der Gelenke. Jeder Einzelfall müsse genau geprüft werden, wobei auch die Verhältnisse am Arbeitsplatz ermittelt werden müssen. Schröter warnte davor, falsche Hoffnungen bei den Versicherten zu wecken. Er forderte die Delegierten auf, in den Dialog mit den Versicherten zu treten. Gonarthrose sei eine Volkskrankheit, die in den wenigsten Fällen durch den Beruf ausgelöst werde. Dies müsse auch publik gemacht werden.

Viele Mitglieder der Vertreterversammlung äußerten in der Diskussion die Befürchtung, dass es – wie in den 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts bei den Rückenleiden – zu einer An-tragsflut bei der Berufsgenossenschaft kommen wird, heißt es weiter. Diese Auffassung teilte der Arbeitsmediziner.