Tag der Hängematte: „Der Garten ist mein Lebensraum“

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Marianne Scheu-Helgert, Leiterin der Bayerischen Gartenakademie, mit der grünen Hängematte als Symbol für bayerisches Gartenglück. Foto: Christine Scherer/LWG

Am 22. Juli ist der „Internationale Tag der Hängematte“. Diesen Motto-Tag können Gartencenter und Gärtnereien nutzen, um Kunden auf die vielen Möglichkeiten aufmerksam zu machen, die der eigene (Schreber-)Garten oder Balkon zu bieten haben, rät die Bayerische Gartenakademie. Deren Leiterin und Botschafterin des Schaugartens der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Marianne Scheu-Helgert, verrät im Interview, was sie mit dem Garten verbindet.

Sie sind seit Jahren für vielfältige Garten-Themen in verschiedensten Medien präsent. Welche Rolle spielt der Garten allgemein für Sie?

Der Garten ist mein Lebensraum. Hier wohne ich mit meiner Familie oder treffe mich mit Freunden. Der Garten stellt mir sinnvolle Aufgaben und lässt mich die Natur erleben.

Sie präsentieren mit Ihrem Team den Gemüseschaugarten der Bayerischen Gartenakademie. Was können Besucher hier erleben und welche Informationen finden sie?

Gemüsebeete bilden die natürlichen Abläufe in vergleichsweise kurzen Zyklen ab. Eine Radieschen-Kultur beispielsweise zeigt Wachsen und Ernten bereits innerhalb weniger Wochen – das macht die Sache auch für Kinder so attraktiv. Jährlich greifen wir auf der Schaufläche aktuelle Themenschwerpunkte auf: In diesem Jahr bilden wir mit dem Mulchversuch einen der aktuellen Forschungsschwerpunkte der LWG ab und zeigen wassersparende und den sommerlichen Boden kühlende Mulchmaterialien im Vergleich. Leider können wir vorerst noch keine Besucher durch den Garten führen – über unseren Gemüseblog, den Wochentipp und den Garten-Cast können Gartenbegeisterte auf unserer Website von zuhause aus die wichtigsten Themen mitverfolgen.

Was gefällt Ihnen an der Schaufläche besonders? Haben Sie eine Lieblingspflanze?

Die umfassende Vielfalt auf kleinstem Raum! Neben Gemüse zeigen wir auch verschiedene Obstgehölze und Erdbeeren. Wie in alten Bauerngärten haben wir immer auch Blühendes dabei. Heute wissen wir, dass kleine Blüten vor allem den Blattlaus-Feinden wichtige Nahrung bieten. Einzelne Lieblingspflanzen herauszugreifen fällt mit schwer – wir erleben ja einen steten jahreszeitlicher Wandel.

Wie verändert sich der Gemüsegarten im Verlauf der Jahreszeiten?

Was mir manchmal fehlt, ist das zeitige Frühjahr – wir rechnen ja, auch in „Normaljahren“, bis vor Mitte Mai nicht mit Besuchern. Die Winter werden immer milder und kürzer, der Start in das neue Gemüsejahr liegt immer früher, und mit Hilfe einer Abdeckung mit Verfrühungsvlies können wir den leider immer noch oft vorkommenden Spätfrösten sehr gut begegnen. Wichtig sind jetzt Fragen des sparsamen und doch effizienten Gießens. Verwertung von düngender Grünmasse aus dem Garten wie Rasenschnitt ist ein wichtiges Thema im Sommer. Noch viel zu wenig beachtet sind die vielfältigen Anbaumöglichkeiten bis weit in den meist milden Spätherbst hinein. Ab September wird es bei uns mit Herbstsalaten und überraschend attraktiven und zugleich pflegeleichten Kohlarten nochmals so richtig interessant.

Sie kommen viel herum – welche Gärten lohnt es sich zu besuchen?

In Zeiten vor Corona habe ich immer gerne den Tag der offenen Gartentüre genutzt. Mein spezieller Tipp: Unter www.gaerten.bayern.de finden sich zahlreiche sehenswerte Gärten von Gartenbegeisterten, die ihre privaten Paradiese gerne mit Interessierten teilen. Unsere ausgebildeten Gartengästeführer können hoffentlich auch bald wieder für Vereinsaktivitäten, aber auch für private Treffen, denen sie einen überraschend frischen und immer wieder etwas anderen „Kick“ geben, gebucht werden.

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