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Tarifabschluss im Nordverbund erzielt

Ab 1. Juli 2013 erhalten die Beschäftigten im Gartenbau in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Hessen mehr Geld. In zwei Stufen werden die Löhne und Gehälter um insgesamt 6,8 Prozent erhöht.

Darauf einigten sich die Industriegewerkschaft Bauen–Agrar–Umwelt (IG BAU) und die Arbeitgeberseite am 6. Juni in Kassel, nachdem die Verhandlungen im vergangenen Jahr erfolglos abgebrochen worden waren.

Laut Information der IG BAU steigen die Entgelte im Gartenbau im Nordverbund ab dem 1. Juli 2013 um 3,9 Prozent. Wie Lutz Arnsmeyer, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Gartenbau Niedersachsen und Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, auf Anfrage der TASPO bestätigte, steigt der Ecklohn (gelernter Gärtner ab dem zweiten Gehilfenjahr) somit von 10,91 Euro um 0,43 Euro auf 11,34 Euro in der Stunde (gärtnerischer Bereich). Im floristischen Bereich steigt der Ecklohn (gelernte Floristen ab dem dritten Gehilfenjahr) um 0,41 Euro von 10,59 Euro auf 11,00 Euro.

Ab dem 1. Juli 2014 erfolgt eine weitere Erhöhung um 2,9 Prozent. Der Ecklohn erhöht sich somit um weitere 0,33 Euro auf 11,67 Euro im gärtnerischen Bereich. Der tarifliche Ecklohn im floristischen Bereich steigt um weitere 0,32 Euro auf 11,32 Euro.

Ebenfalls geeinigt haben sich die Tarifparteien darauf, dass zukünftig die Lohngruppe 9 für Erntehelfer im gärtnerischen Bereich gestrichen wird. Vereinbart wurde hier die Einführung eines Stufenplanes mit einer neuen Tätigkeitsbeschreibung.

Durch die Stufenerhöhung werde laut IG BAU gewährleistet, dass ab dem 1. Dezember 2017 eine Lohnniveauangleichung mit der Lohnuntergrenze von 8,50 Euro pro Stunde erreicht wird, was einer Erhöhung von 31 Prozent gleichkomme. Hier habe man sich an der Bundesempfehlung für den landwirtschaftlichen Bereich orientiert, sagt Arnsmeyer. Konkret werden die Löhne für Saisonarbeitskräfte in sechs Stufen auf 8,50 Euro die Stunde erhöht, beginnend bei sieben Euro ab dem 1. Juli 2013.

Weitere Niedriglohn- und Gehaltsgruppen, die bisher unter 8,50 Euro pro Stunde lagen, werden laut IG BAU entweder überproportional angehoben oder überschreiten im Rahmen der prozentualen Erhöhung des Abschlusses die Lohnuntergrenze von 8,50 Euro.

Ein positives Ergebnis konnte laut IG BAU auch bei den Auszubildendenvergütungen erreicht werden:

  • im ersten Ausbildungsjahr ab 1. August 2013 steigen diese von 465 Euro auf 520 Euro und ab 1. August 2014 auf 570 Euro,
  • im zweiten Ausbildungsjahr von 525 Euro auf 580 Euro und ab August 2014 auf 630 Euro,
  • im dritten Ausbildungsjahr von 575 Euro auf 640 Euro und ab August 2014 auf 690 Euro.

Der Lohn- und Gehaltstarifvertrag im Nordverbund läuft bis zum 30. Juni 2015. (ts/ds)