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Tarifabschluss: mehr Geld für Floristen in West & Ost

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Für die rund 32.000 Beschäftigten in der Floristik bringt der April einen deutlichen Anstieg ihrer Löhne und Gehälter. Zum Monatsbeginn sind die neuen Tarifverträge für den Westen und Osten der Republik in Kraft getreten – mit einem Einkommensplus von insgesamt bis zu zehn Prozent.

Das aktuelle Tarifergebnis honoriert die Leistung der Floristen und fördert das Image des Berufs, finden die Tarifpartner. Foto: olgasparrow/Fotolia

Insgesamt 5,9 Prozent mehr Geld für Floristen im Westen

So steigen die Entgelte für Floristen in den sogenannten „alten“ Bundesländern ab 1. April dieses Jahres um 3,8 Prozent, bezogen auf den Ecklohn A3 für ausgelernte Floristen, die mehr als ein Jahr im Blumenfachgeschäft beschäftigt sind. Zum 1. Januar 2020 kommen noch einmal 2,1 Prozent dazu. Auch Azubis profitieren von dem neuen Tarif – für sie gibt es jeweils 30 Euro mehr.

Noch deutlicher fällt die prozentuale Anhebung für die Floristik-Beschäftigten in den sogenannten „neuen“ Bundesländern aus, die nach zwei tariflosen Jahren wieder einen gültigen Vertrag haben. Vor dem Hintergrund einer bundesweiten Harmonisierung haben sich die Tarifpartner auf einen um 9,1 Prozent höheren Ecklohn ab 1. April 2019 geeinigt, der nun bei 9,60 Euro liegt. Dieser steigt zum 1. Januar 2020 nochmals um ein Prozent.

Für angehende Floristen erhöhen sich die Ausbildungsvergütungen im Osten der Republik im selben Zeitraum um jeweils 25 Euro.

Ausgenommen von diesem Tarifergebnis ist bislang Berlin, für das die Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter nach eigener Aussage eine Sondervereinbarung und zeitnahe Verhandlungen darüber anstreben.

Tarifabschluss ein „hart errungener Kompromiss“

„Der erreichte Abschluss ist ein hart errungener Kompromiss, der aber für beide Seiten tragbar ist. Mit dem Ergebnis für den Westen werden die Beschäftigten an der guten Wirtschaftsentwicklung beteiligt und halten mit der Einkommensentwicklung mit. Zudem haben wir Wert darauf gelegt, für die Kolleginnen und Kollegen im Osten endlich wieder einen Tarifvertrag zu erhalten. Das ist gelungen“, kommentiert der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Harald Schaum den Tarifabschluss.

Für die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und damit als Vertreter der Arbeitnehmer-Seite war Sarah Kuschel am 18. März in die Tarifverhandlungen in Kassel gegangen. Ihr gegenüber saß für den Fachverband Deutscher Floristen (FDF) und damit als Vertreter der Arbeitgeber-Seite Kai Jentsch.

„Geordnete Arbeitsverhältnisse in der Floristik wichtig“

Nach etlichen Verhandlungsrunden, internen Besprechungen und Gesprächen unter vier Augen einigten sich die Tarifpartner schließlich auf die nun vorliegenden Floristik-Tarifverträge Ost und West mit einer Laufzeit jeweils vom 1. April 2019 bis zum 31. Dezember 2020.

„Damit setzen wir mit den Arbeitgebern ein starkes Signal, dass uns geordnete Arbeitsverhältnisse in der Floristik in ganz Deutschland wichtig sind und wir die Branche insgesamt zukunftsfähig aufstellen wollen“, so der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Schaum.

„Wichtiger Anreiz für die Nachwuchswerbung und Imageförderung“

Die Tarifkommission des FDF bewertet unter anderem die steigenden Ausbildungsvergütungen als positiv. Damit habe man einen „wichtigen Anreiz für die Nachwuchswerbung und für die Imageförderung des Berufs“ geschaffen.

Insgesamt seien die Arbeitgeber mit dem vorliegenden Tarifergebnis laut FDF „an die Grenze der Leistungsfähigkeit des Durchschnitts der Branche gegangen“. Gut sei jedoch, dass es Arbeitnehmer motiviere und deren Leistung honoriere. Zudem trage es den „wirtschaftlichen und unternehmerischen Realitäten in der Branche Rechnung“, wie der FDF erklärt.