Alle News

Tarifpartner in Rheinland-Pfalz und im Saarland erzielen Einigung: Neuer Lohn- und Gehaltstarifvertrag für Beschäftigte im Gartenbau

Wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) berichtet, ist nun endlich, nach zähen und konfliktbehafteten Verhandlungen, der neue Tarifvertrag "in trockenen Tüchern". Die letzte Entgelterhöhung für die Beschäftigten in Rheinland-Pfalz und im Saarland gab es im Mai 2004. Wie der Pressemitteilung der IG BAU zu entnehmen ist, sind folgende Kernpunkte vereinbart worden:

oErhöhung der Löhne und Gehälter um vier Prozent, die sich in zwei Stufen staffelt: Ab dem 1. November 2008 zunächst 2,6 Prozent und ab dem 1. April 2009 noch einmal 1,4 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Mit dieser Lohnerhöhung verdienen gelernte Gärtnerinnen und Gärtner ab April nächsten Jahres, im zweiten Jahr nach der Abschlussprüfung, mit 10,52 Euro Stundenlohn nur noch einen Eurocent weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen, die im Nordverbund (also in Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hessen) arbeiten.

oBei den Saisonarbeitnehmern fällt die Lohngruppe 6d weg. Hier wurde für Saisonarbeitnehmer und regelmäßig Beschäftigte zum 1. November 2008 ein neuer Lohn von 5,70 Euro und zum 1. April 2009 von 5,80 Euro vereinbart.

oErhöhung der Auszubildenden-Vergütung um rund fünf Prozent. Die monatliche Vergütung steigt damit auf 420 Euro im ersten, 470 Euro im zweiten und 495 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Darüber hinaus erhöhen sich die tariflichen Sätze für Mehrarbeit der Auszubildenden.

oStreichung der Lohngruppen unter einem Brutto-Stundenlohn von sieben Euro: Die Forderung der Tarifkommission, in der niedrigsten Lohngruppe eine Untergrenze von sieben Euro festzulegen, konnte laut Gewerkschaft durchgesetzt werden. Ungelernte im floristischen Bereich (Lohngruppe 5) bekommen ab dem 1. April 2009 exakt sieben Euro in der Stunde. Darüber hinaus wurde die niedrigste Gehaltsgruppe (K1) inklusive des vierstufigen "Bewährungsaufstiegs" gestrichen und die niedrigste Gruppe für Angestellte im Verkauf und Einkauf (V1) überproportional erhöht.

oStreichung altersdiskriminierender Lohndifferenzierungen: Entgeltdifferenzierungen nach Lebensalter (also über und unter 18 Jahren) wurden aus dem Tarifvertrag entfernt.

oGestaltung der Arbeitszeit wie im Nordverbund: In einer Protokollnotiz zum Manteltarifvertrag wurde aufgenommen, dass Regelungen zum Arbeitszeitkonto und zur Insolvenzabsicherung des Nordverbunds übernommen werden, wenn sie dort zur Umsetzung kommen. Erzielen die Tarifpartner dort keine Einigung, werden in Rheinland-Pfalz und im Saarland eigene Verhandlungen darüber aufgenommen.