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TASPO Awards-Finalist Robert Pake: Freche Cyclamen begeistern seine Kunden

Sie ist jung, lebenslustig, vielleicht ein bisschen verrückt und ganz anders als ihre Großeltern: sie heißt ‘Pretty Gitty’ und kommt aus Bad Harzburg. Dort führen Gisela und Robert Pake eine Zierpflanzengärtnerei bereits in vierter Generation. Mit ihrer selbst gezüchteten Cyclamen-Sorte ‘Pretty Gitty’ hatte sich das Gärtnerehepaar bei den TASPO Awards 2011 beworben. Und kam bis ins Finale. 

Frech und wild: die weiß-rosa gestreifte Cyclamen-Eigenzüchtung ’Pretty Gitty’. Werkfoto

„Junge Leute, die die ‘Pretty Gitty’ sahen, waren begeistert. Ebenso die Floristen. Eher haben die jungen Leute diese Alpenveilchen gefunden als umgekehrt“, erinnert sich Gisela Pake. Sie hat die neue Alpenveilchen-Sorte in fünfjähriger Züchtungsarbeit selektiert. Dabei sei gar nicht gezielt geplant gewesen, eine Sorte zu züchten, die vor allem junge Kunden begeistert. „Wir versuchen immer etwas neues, interessantes im Sortiment zu haben“, sagt Gisela Pake.

‘Pretty Gitty’ ist eine kompakte, feste Sorte mit angenehmem Duft und guter Haltbarkeit. Die Sorte ist weiß-rosa gestreift. Das besondere ist, nicht jede Pflanze gleicht der anderen, sie spielen ein bisschen, was sie sehr individuell macht. Die Sorte eignet sich für den Absatz im August/September. Ein etwas höherer Preis kann erzielt werden, so Pake.

Vermarktet wird sie mit einem eigens entworfenen Etikett. Beim Verkauf in Abholmärkten werden zusätzlich die einzelnen Paletten mit Traileretiketten ausgezeichnet. Bisher wurden Probemengen der neuen Sorte verkauft. ‘Pretty Gitty’ macht etwa acht bis zehn Prozent der Midi-Cyclamen-Produktion aus. Ziel sei es, die Sorte bei den bestehenden Kunden unterzubringen.

Cyclamen sind ein ehrliches Produkt“, so Gisela Pake. „Schade, dass ihr Oma-Image immer noch so hochgekocht wird.“ Trotzdem haben Cyclamen nach wie vor einen großen Marktanteil. Sie gehören zu den Top Ten der Zierpflanzen. Der Anteil habe sich aber sehr zu den Midis hin verschoben, so Pake.

In einem ehemaligen Produktionsgewächshaus findet die Züchtungsarbeit von samenechten Cyclamen statt. Damit sind Pakes nach eigener Aussage einer der wenigen Züchter auf diesem Gebiet. Mit dem Züchten angefangen haben die Unternehmer, da es fast nur noch F1-Hybrid-Saatgut auf dem Markt gibt. Die Züchtungsarbeit zahlt sich aus, sind sich Pakes sicher. Sie erhalten neue Sorten und sparen Kosten für Saatgut. Die Wertschöpfung bleibt im Betrieb.

„‘Orchidee des kleinen Mannes’ wurden die Alpenveilchen früher genannt“, erklärt Gisela Pake, „es gab sehr viele Züchter und eine entsprechend große Sortenvielfalt. Diese Vielfalt ist drastisch geschrumpft. Heute konzentrieren sich viele Gärtner auf die Hauptsorten. Es sind viele F1-Sorten auf dem Markt. Unser Ziel ist es, uns hervorzuheben. Zurzeit sind bärtige Cyclamen in Vorbereitung.“

Etwa 200.000 Cyclamen produziert die Gärtnerei Pake pro Jahr, rund 60 Prozent gefranste Midi und Maxi sowie 40 Prozent glattrandige. In Kultur kommen vorrangig eigene Sorten sowie ein kleiner Anteil F1-Sorten anderer Züchter. Die Cyclamen-Preise fallen stetig, sagt Robert Pake. Es herrsche ziemlicher Preisdruck am Markt. Im vergangenen Jahr stießen große Mengen Alpenveilchen auf eine geringe Nachfrage. Das habe die gesamte Branche getroffen. (rh)

Weshalb die Gärtnerei Pake nach dem „dänischen System“ produziert und
warum Pakes Pflanzen einen Leibarzt haben, lesen Sie im großen Porträt der TASPO Awards Finalisten in der aktuellen TASPO Ausgabe 15/2012.