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TASPO Geisenheimer Management Forum: zufriedene Mitarbeiter – eigentlich ganz einfach ...

Wie muss sich die grüne Branche als Arbeitgeber aufstellen, um für junge Leute attraktiv zu sein? Was erwarten die Jungen von ihrem zukünftigen Jobgeber, und wie kann sich jeder einzelne Betrieb besser aufstellen gegenüber konkurrierenden Branchen? Dass die Zufriedenheit der eigenen Mitarbeiter von großer Bedeutung ist, wissen Sie selbst – aber wie lässt sie sich erreichen, steigern und dann auch erhalten?

Zu diesen Fragen laden die Hochschule Geisenheim und die TASPO am Mittwoch, 23. Januar 2013, ab 15:15 Uhr zum TASPO Geisenheimer Management Forum im Congress Center Süd (Raum S/T) auf der IPM. Kommen Sie einfach vorbei, ruhen Sie eineinhalb Stunden lang Ihre müden Beine bei diesem kostenlosen Seminar aus, um sich anschließend vollgefüllt mit guten Ideen und dem entsprechenden Handwerkszeug wieder in das Messegeschehen zu stürzen. Geboten werden: Anregungen, Ideen und Tipps rund um das Thema „Mitarbeiter“.

Studie Geisenheim: Motivation bleibt schon mal auf der Strecke
Die Hochschule Geisenheim ist der Frage nachgegangen, wie es um die Jobzufriedenheit der zukünftigen Fach- und Führungskräfte im deutschen Gartenbau bestellt ist. Dafür wurden über 400 Auszubildende und Fachschüler befragt. Die Studie stellt Prof. Dr. Kai Sparke vom Fachgebiet Gartenbauökonomie der Hochschule Geisenheim auf dem Forum ausführlich vor. Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie – soviel sei schon vorweg genommen:

  • Die notwendigen Grundvoraussetzungen eines Arbeitsplatzes sind aus Sicht der Nachwuchskräfte im Wesentlichen gut erfüllt.
  • Einige Themen, die für die Befragten besonders motivierenden Charakter haben, schneiden hingegen schlecht ab. Dazu gehören insbesondere Organisationsthemen wie die Gestaltung von Arbeitsabläufen und die Informationsweitergabe.
  • Den Arbeitgebern bieten sich große Chancen bei Themen wie der Rückmeldung des Vorgesetzten zur Arbeit oder die Behandlung von Problemen. Diese werden derzeit von den Befragten kritisch bewertet.

Darüber hinaus stellt Kai Sparke ein Angebot der Hochschule vor, mit dem die Betriebe die Stimmungslage in ihrer Belegschaft fundiert ermitteln können. Wichtiges Ziel ist dabei die Diagnose der Stärken und Schwächen in der Beziehung des Unternehmens zu seinen Mitarbeitern. So lässt sich dann ein Veränderungsprozess starten.

Sensibel reagieren Mitarbeiter auf empfundene Ungerechtigkeiten
Schon lange ist für Jens Schachtschneider vom Unternehmen Schachtschneider Stauden und Marketing klar: Schlecht betreute Stauden leiden, gleiches gilt für Mitarbeiter. Deshalb fließt bei ihm täglich ungefähr eine Stunde seiner Zeit in die Personalführung. Im täglichen Umgang mit seinen Mitarbeitern hat er festgestellt, dass sie besonders sensibel reagieren auf:

  • empfundene Ungerechtigkeiten – und seien sie in seiner eigenen Wahrnehmung auch noch so unbedeutend
  • mangelnde persönliche Kompetenz der Führungskräfte – selbst kleinere menschliche Schwächen werden sensibel wahrgenommen
  • Störungen im betrieblichen Miteinander – das harmonische Wohlgefühl hat einen extrem hohen Stellenwert für die Mitarbeiter
  • nicht nachvollziehbare Entscheidungen – Mitarbeiter haben ein hohes Informationsbedürfnis.

Als Konsequenz will Jens Schachtschneider die Persönlichkeit seiner Mitarbeiter entwickeln, denn: „Wir haben uns noch von keinem Mitarbeiter aufgrund mangelnder fachlicher Kompetenz getrennt.“

Das Prinzip PPM oder „Permanent Praktizierte Motivation“
Als Anke Bechtold vor knapp zehn Jahren in die Unternehmensleitung des insgesamt rund 24 Hektar großen, elterlichen Betriebes – heute der Gartenbaubetrieb Silber in Ottersberg, in dem Anke Bechthold für Personalfragen verantwortlich zeichnet – einstieg, gab es dort noch eher unklare Betriebsstrukturen. „Das kostete uns enorm viel Zeit und Kraft und erregte häufig internen Unmut.“

Im Jahr 2002 wurde der Betrieb komplett umstrukturiert. Es entstand eine neue Betriebs- und Arbeitsorganisation: Dazu gehört beispielsweise ein festes Organigramm, das schriftlich die Zuständigkeiten und dazugehörigen Mitarbeiter fixiert. „Dieses Organigramm wird immer wieder an Veränderungen angepasst“, sagt Anke Bechtold. Es liefert damit passende, klare und für jeden Mitarbeiter einsehbare Zuständigkeiten.

Weitere Bausteine der neuen Struktur sind: Abläufe mit Zielvereinbarungen, Zuständigkeiten und Checklisten, Personalgespräche, das Partizipative Produktivitätsmanagement (PPM) – ein Frühwarnsystem mit stetiger Zielkontrolle und  Produktivitätsverbesserung. Anke Bechtold nennt es auch „Permanent Praktizierte Motivation“.

TASPO Geisenheimer Management Forum
Mit dem nun schon zum zweiten Mal angebotenen, aber immer noch neuen Format 
„TASPO Geisenheimer Management Forum“ wollen der Campus Geisenheim und die
 TASPO wichtige Themen zu Management und Marketing praxisnah darreichen. Wichtig ist uns dabei der Übertrag von wissenschaftlichen Erkenntnissen auf die Praxis. Deshalb gibt es immer eine wissenschaftliche Studie, die ein Thema beleuchtet. Diesen Part übernimmt Prof. Dr. Kai Sparke vom Fachgebiet Gartenbauökonomie der Hochschule Geisenheim. Den Bezug zum betrieblichen Alltag stellen anschließend die beiden Betriebsleiter Jens Schachtschneider vom Unternehmen Schachtschneider Stauden und Marketing und Anke Bechtold her, die im Gartenbaubetrieb Silber für Personalfragen verantwortlich zeichnet. Beide erzählen mit Beispielen von ihren Erfahrungen und Konsequenzen zum Thema „Mitarbeiter“. (ts)